Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Arbeitszeugnis spät verlangt: Keine Rückdatierung

Stuttgart/Berlin. Selbst das Datum eines Arbeitszeugnisses kann zu einem Streit führen. So zogen eine ehemalige Mitarbeiterin und der Arbeitgeber schließlich vor Gericht, um zu klären, welcher Zeitpunkt denn nun angegeben werden muss.

Arbeitszeugnis spät verlangt: Keine Rückdatierung

Ein Arbeitszeugnis behält normalerweise sein Ursprungsdatum. Foto: Jens Büttner/dpa

Ein Arbeitszeugnis trägt in der Regel das Datum, an dem es zuerst ausgestellt wurde. Das gilt auch dann, wenn es nachträglich geändert, also zum Beispiel berichtigt wird.

Für Arbeitnehmer ist das ein Vorteil: Denn ein späteres Datum kann ein Hinweis auf Ärger bei der Trennung sein. Der Fall ist jedoch anders, wenn Arbeitnehmer erst nach dem Ausscheiden aus dem Betrieb ein Zeugnis verlangen. Das ergibt sich aus einer Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Baden-Württemberg (Az.: 3 Sa 71/16), auf die der Deutsche Anwaltverein hinweist.

In dem Fall stritten die Parteien vor Gericht darüber, ob ein Arbeitgeber ein Zeugnis auf den Tag datieren muss, an dem das Arbeitsverhältnis endete. Den Wunsch nach einem qualifizierten Zeugnis hatte die Klägerin jedoch erst später und per Gerichtsverfahren geäußert. Der Arbeitgeber war deshalb nur bereit, ein Zeugnis mit dem aktuellem Datum zu fertigen.

Mehr muss er auch nicht tun, entschied das Gericht: Die Klägerin habe bei einem so späten Wunsch nach einem qualifizierten Arbeitszeugnis keinen Anspruch, dieses auf ein früheres Datum ausstellen zu lassen.

Wird ein Zeugnis geändert oder berichtigt, behält es zwar sein ursprüngliches Datum. So wird zum Beispiel verhindert, dass künftige Arbeitgeber aus dem Datum erfahren, dass es Streit um ein Zeugnis gab. Im vorliegenden Fall sei dies jedoch anders, so das Gericht: Der Arbeitgeber habe erst durch das Gerichtsverfahren vom Wunsch der Klägerin erfahren, ein qualifiziertes Arbeitszeugnis zu erhalten. In solchen Fällen könne die Arbeitnehmerin keine Rückdatierung verlangen.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Berlin. Mit Smartphone und Laptop ist das Büro immer dabei - sogar im Urlaub. Viele Menschen nehmen Arbeit mit in die Freizeit. Psychologen warnen: Das raubt Energie und schadet der Produktivität.mehr...

Köln. Nicht immer muss eine Stellenanzeige, in der Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen eines bestimten Geschlechts gesucht werden, gegen das Gebot der Gleichstellung verstoßen. Unter welchen Vorraussetzungen eine Ausnahme möglich ist, haben nun die Richter entschieden.mehr...

Berlin. Der Mutterschutz bringt einige Vorteile mit sich. Für Arbeitnehmerinnen kommt er vor allem beim Urlaubsanspruch zum Tragen. Anders verhält es sich bei der Elternzeit, in der es Einschränkungen geben kann.mehr...

Waldachtal. Wie wichtig nehmen Unternehmen das Kantinenessen? Immer häufiger fällt die Entscheidung zugunsten der Qualität. Unternehmer wie Klaus Fischer wissen, warum sie mehr Geld als unbedingt nötig in ihr Betriebsrestaurant stecken: Zufriedenheit auf beiden Seiten.mehr...

Eschborn. Im nächsten Jahr steigen die Chancen auf eine neue Stelle. Vor allem in Süddeutschland wollen viele Unternehmen neue Arbeitsplätze schaffen. Nicht so gut sehen die Aussichten in einer anderen Region aus.mehr...

Hamburg. Ehrgeiz und ein gesundes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten sind für Nachwuchskräfte unverzichtbar, um die Karriereleiter aufzusteigen. Zu viel Erwartungsdruck kann allerdings auch zu einem Leistungsabfall führen.mehr...