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Derby für die Geschichtsbücher - Heynckes-Serie beendet

Berlin. Dortmund und Coach Bosz geraten immer mehr unter Druck. Ausgerechnet gegen Schalke ereilt den schwer gebeutelten BVB historisches Versagen nach einer 4:0-Führung. Und: Auch Jupp Heynckes ist schlagbar.

Derby für die Geschichtsbücher - Heynckes-Serie beendet

Steht unter Druck: BVB-Trainer Peter Bosz nach dem 4:4 im Revierderby. Foto: Ina Fassbender

Borussia Dortmund verspielt im Derby gegen den FC Schalke 04 ein Vier-Tore-Polster und schlittert noch tiefer in die Krise. Das 4:4 macht auch die treuesten BVB-Fans in der Kurve wütend. Beendet ist die Siegesserie von Trainer-Rückkehrer Jupp Heynckes bei Rekordmeister FC Bayern.

ENDE EINER SERIE:

Der FC Bayern kann auch unter Jupp Heynckes noch verlieren. Nach insgesamt neun Siegen in Liga, Pokal und Champions League gingen die Münchner beim 1:2 in Heynckes' Heimat Mönchengladbach erstmals als Verlierer vom Feld. „Das Spiel haben wir in der ersten Halbzeit verloren“, sagte Heynckes, der bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte unter anderem auf Thiago, Arjen Robben, Franck  Ribéry und Thomas Müller verzichten musste. Dass er über das Saisonende hinaus beim Rekordmeister Trainer bleibt, schloss er auch nach erneutem Werben von Präsident Uli Hoeneß aus: „Wir haben eine ganz klare Vereinbarung. Ich möchte auch nicht jede Woche dazu Stellung nehmen, weil es eine klare Vereinbarung gibt und dabei bleibt es auch.“ Heynckes' Vertrag läuft zum Saisonende aus.

SUPERLATIVE IM REVIERDERBY:

4:0 zur Halbzeit, 4:4 am Ende: Das Revierderby zwischen Dortmund und Schalke wurde eines für die Geschichtsbücher. Mit acht Treffern war die Partie die torreichste der laufenden Bundesliga-Saison. Erst zum zweiten Mal in der Liga-Geschichte konnte ein Team nach einem  Vier-Tore-Rückstand noch punkten. „Wir haben gewonnen“, rief Leon Goretzka nach seinem 100. Liga-Einsatz. Er wurde beim Stand von 0:4 eingewechselt. Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies sagte: „Das war mein 50. Derby - und mein verrücktestes.“

BOSZ UNTER BESCHUSS:

Das Aus in der Champions League und sechs Liga-Spiele ohne Sieg: In der schweren Krise von Borussia Dortmund gerät auch Trainer Bosz immer stärker unter Beschuss. „Ich werde nie aufgeben. Das habe ich schon als Profi nicht getan und werde es auch als Trainer nicht tun“, beteuerte der Niederländer. Fraglich ist, wie lange ihn die BVB-Bosse noch gewähren lassen. Auch die Fans werden langsam ungeduldig. Wurde nach der Niederlage gegen Tottenham noch gehüpft und auf die große Bedeutung des Derbys verwiesen, reagierten sie nach dem 4:4 gegen den Rivalen mit einem Pfeifkonzert. Das erste Götze-Tor nach 344 Tagen und der erste Platzverweis von Pierre-Emerick Aubameyang in der Bundesliga wurden zur Nebensache.

VIDEOBEWEIS IM FOKUS:

Eine vermeintliche Notbremse und ein Foul im Strafraum: Beim Spiel zwischen Augsburg und Wolfsburg (2:1) wurde wieder einmal der Videobeweis zum großen Thema. Früh gerieten die Niedersachsen in Unterzahl, weil Maximilian Arnold für sein Foul als letzter Mann vom Platz gestellt wurde - allerdings erst nach Betrachtung der Videobilder. Eine weitere knifflige Szene ereignete sich später: VfL-Keeper Koen Casteels brachte Caiuby zu Fall. Referee Tobias Stieler zeigte zunächst auf den Punkt, nahm die Entscheidung dann aber zurück. „Das war einzig und alleine meine Entscheidung“, betonte Stieler in der „Sportschau“.

ERFOLGREICHSTER DEUTSCHER SCHÜTZE:

Timo Werner, Mario Gomez, Lars Stindl und Sandro Wagner: Wenn  Bundestrainer Joachim Löw zuletzt Stürmer für das DFB-Team suchte, setzte er meist auf dieses Quartett. Der beste deutsche Torschütze in der Bundesliga ist nach 13 Spielen allerdings ein anderer: Kevin Volland. Beim 1:0 in Frankfurt erzielte der 25-Jährige sein achtes  Saisontor. „Es läuft bei mir und der Mannschaft. Die drei Punkte bringen uns weiter“, erklärte Volland. In der Vorsaison hatte der Angreifer insgesamt nur sechs Treffer erzielt.

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