Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Fahrverbots-Debatte lässt Verkaufszahlen weiter steigen

Geislingen. Drohende Diesel-Fahrverbote verunsichern viele Autofahrer. Das wirkt sich auch auf die Verkaufszahlen aus. Experten erwarten aber eher Umstieg als Verzicht.

Fahrverbots-Debatte lässt Verkaufszahlen weiter steigen

Weil Autofahrer in vielen Städten ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge befürchten, wechseln sie zu einem Benziner. Marktexperten rechnen mit einem Verkaufszuwachs. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild

Die Debatte um Fahrverbote für Diesel-Autos treibt nach Einschätzung von Experten die Verkaufszahlen bei Neuwagen weiter in die Höhe. Viele Autofahrer steigen von Diesel auf Benziner um.

Im kommenden Jahr dürften in Deutschland mehr als 3,5 Millionen Autos verkauft werden, heißt es in einer Prognose des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) in Geislingen. Für das laufende Jahr rechnet IFA-Chef Willi Diez mit 3,45 Millionen Fahrzeugen - das wären 2,9 Prozent mehr als 2016. Alle drei Jahre lägen damit den Angaben zufolge deutlich über dem langjährigen Durchschnitt.

„Die Diskussion um Fahrverbote erweist sich völlig überraschend als Konjunkturprogramm für die Branche“, sagte Diez. In der Prognose geht er davon aus, dass die Zahl der in Deutschland verkauften Fahrzeuge mit Elektroantrieb 2018 auf mehr als 100 000 steigt - sogenannte Plug-In-Hybride eingerechnet. Dieses Jahr sollen es bis Ende Dezember noch insgesamt 48 000 Verkäufe werden. Im Vorjahr waren es den Angaben zufolge gut 25 150 verkaufte Fahrzeuge.

In vielen deutschen Städten werden beim Ausstoß gefährlicher Stickoxide anhaltend Grenzwerte überschritten. Es drohen deshalb gerichtlich erzwungene Diesel-Fahrverbote.

„Viele Autofahrer sind verunsichert und wollen kein Risiko im Hinblick auf mögliche Fahrverbote eingehen und entscheiden sich daher jetzt dafür, das Fahrzeug zu wechseln“, sagte Diez. Das gelte auch für gewerbliche Kunden, die Autos kaufen. Außerdem, so die Prognose, zeigten die Umtauschprämien der Hersteller Wirkung.

In die Berechnung fließen diverse Faktoren wie etwa die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts, die Arbeitslosigkeit oder auch die Investitionsbereitschaft der Unternehmen und deren Auswirkungen auf die verschiedenen Kundengruppen ein. Die Prognose soll am Donnerstag beim „Tag der Automobilwirtschaft“ in Nürtingen vorgestellt werden.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Frankfurt/Main. Gebrauchtwagen sind günstiger als nagelneue Modelle. Allerdings fürchten viele Verbraucher, beim Kauf einem Betrüger aufzusitzen. Eine Umfrage zeigt, was ihnen besonders Sorgen bereitet.mehr...

Kaiserslautern. Die Infrastruktur für die Elektro-Autos ist Thema auf dem bevorstehenden Kongress des Chaos Computer Clubs (CCC). Ein Experte aus Kaiserslautern hat sich die Technik genauer angeschaut.mehr...

Wolfsburg. VW-Kunden, die ihr Diesel-Fahrzeug umzurüsten müssen, sollten der Aufforderung innerhalb der gesetzten Frist nachkommen. Ansonsten droht die Stilllegung des Fahrzeugs. In zehn Fällen sind die Behörden diesen Schritt bereits gegangen.mehr...

Würzburg. Fahren unter Alkoholeinfluss ist ein absolutes No-Go. Mit Drogen im Blut in eine Verkehrskontrolle geraten, bedeutet ebenfalls Ärger mit der Polizei. Da helfen auch Ausreden nichts, wie ein Gerichtsurteil bestätigt.mehr...

Karlsruhe. Überfüllte Straßen, dicke Luft und weniger Lebensqualität: Wenn Städte an Autos ersticken, könnte ein Ausweichen nach oben lohnen. Neu ist die Idee vom fliegenden Auto nicht - doch mittlerweile erscheint sie halbwegs greifbar.mehr...

Berlin. Können die Autobauer nach einem turbulenten 2017 im kommenden Jahr nach vorn schauen? Sicher ist: Der Diesel treibt die Branche mit drohenden Fahrverboten und Milliardenkosten weiter um - inklusive Kartellvorwürfen. Aber das Fahrzeug von morgen nimmt Gestalt an.mehr...