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Marionettenfilm: „Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel“

Augsburg. Die Augsburger Puppenkiste versprüht einen ganz besonderen Charme: Kindheitserinnerungen, liebevoll geschnitzte Marionetten und viel Raum für Fantasie. Zur Einstimmung auf Weihnachten bietet sich der neue Kinofilm an: „Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel“.

Marionettenfilm: „Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel“

Produzent Fred Steinbach und Filmverleiherin Veronika Morawetz bei der Premiere von „Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel“ in Augsburg. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Zipfelzottelige Rentierkacke! Während eines heftigen Gewitters fällt der Weihnachtsmann Niklas Julebukk mit seinem Wohnwagen vom Himmel. Nun sitzt er im Nebelweg fest und kommt nicht mehr weg, denn die Räder des Wagens sind zerbrochen und sein Rentier Sternschnuppe ist weggelaufen.

Dumm nur, dass der fiese Waldemar Wichteltod mit seinen gefährlichen Nussknackern Jagd auf Julebukk macht und ihn in einen Schoko-Weihnachtsmann verwandeln will. „Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel“ ist ein beliebtes Kinderbuch von Cornelia Funke. Nach einer stimmungsvollen Realverfilmung aus dem Jahr 2011 bringt nun die Augsburger Puppenkiste die Geschichte erneut ins Kino - an den Adventssonntagen und an Heiligabend.

Sobald sich der rote Vorhang des berühmten Theaters hebt, wird es weihnachtlich. Ruhig und kindgerecht entspinnt sich die Geschichte, wie Julebukk mit seinem kaputten Wohnwagen im Nebelweg landet und sich mit Ben und Charlotte anfreundet. Gemeinsam wollen die Kinder dem Weihnachtsmann helfen, sich gegen Waldemar Wichteltod zu wehren. Denn Wichteltod will Weihnachten in ein reines Konsumfest verwandeln, mit möglichst teuren Geschenken: „Und bald singt die ganze Welt, Weihnachtsfreude kostet Geld!“. Julebukk, der Engel Matilda und die Kobolde Fliegenbart und Ziegenbart dagegen setzen auf kleine Freuden, Spielsachen, die mit viel Liebe hergestellt wurden. Oder Dinge, die man nirgendwo kaufen kann wie Schnee, Freunde oder Familienfriede.

Ein Anliegen, das immer noch aktuell sei, findet Autorin Cornelia Funke. „Wir sind alle noch empfänglich für das Wunder, das wir uns im Grunde von Weihnachten erwünschen“, sagt sie. „Das Seltsame ist ja, dass wir immer noch diese Sehnsucht nach einer nicht-materialistischen Welt haben, obwohl sie so ist.“

Die behutsame Erzählweise der liebevoll geschnitzten Marionetten und die märchenhafte Kulisse unterstreichen die Botschaft des Films nach mehr Besinnlichkeit statt Kommerzrummel. So entfaltet die Version des Kinderbuchs einen ganz eigenen Zauber, auch schon für kleine Kinder. Selbst die bösen Nussknacker und Waldemar Wichteltod sind in der Theaterversion nur ein kleines bisschen unheimlich, außerdem haben sie gegen Julebukk, Ben, Charlotte und die Weihnachtskobolde kaum eine Chance.

Die Augsburger Puppenkiste, bekannt für Geschichten rund um Kinderbuch-Helden wie „Urmel“ oder „Jim Knopf“, hat Funkes Roman schon vor rund zehn Jahren als Theaterstück auf die Bühne gebracht. Für die Dreharbeiten wurde die Geschichte jedoch im Studio nachgespielt. Mit „Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel“ bringt das Theater zum zweiten Mal in der Adventszeit einen Film ins Kino. Im vergangenen Jahr lief bereits erfolgreich „Die Weihnachtsgeschichte“, in der es um die Geburt Jesu geht.

Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender hätten die jahrzehntelange erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Puppenkiste leider nicht fortgesetzt, bedauert Theaterleiter Klaus Marschall. Doch den alljährlichen Weihnachtsfilm im Kino will er zur Tradition machen: „Und ohne jetzt zu viel zu verraten, ja, wir haben noch Einiges vor.“

Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel, Deutschland 2017, 63 Min., FSK ab 0, Augsburger Puppenkiste unter Leitung von Klaus Marschall

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