Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

RAF-Terroristin bittet Schleyers Sohn um Verzeihung

Berlin. Seit 40 Jahren sucht Jörg Schleyer Antworten auf die Fragen, wie sein Vater die RAF-Geiselhaft verbracht hat und wer Hanns-Martin Schleyer erschoss. Jetzt hat sich eine frühere RAF-Terroristin mit dem Sohn des Arbeitgeber-Präsidenten getroffen - und sieben Stunden lang geredet.

RAF-Terroristin bittet Schleyers Sohn um Verzeihung

Die Grabstätte des von Terroristen der RAF ermordeten Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer und seiner Ehefrau Waltrude Schleyer. Foto: Sina Schuldt

40 Jahre nach der Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer hat eine frühere RAF-Terroristin die Angehörigen um Verzeihung gebeten.

Silke Maier-Witt (67), die wegen der Entführung und Ermordung Schleyers zu zehn Jahren Haft verurteilt worden war, traf laut „Bild“-Zeitung vergangene Woche mit Jörg Schleyer (63), dem jüngsten Sohn Schleyers, im mazedonischen Skopje zusammen, wo sie seit mehreren Jahren lebt. Sie begrüßte ihn mit den Worten: „Es klingt so platt. Aber ich möchte erst einmal um Verzeihung bitten. Es hilft nicht viel, aber ich denke, dass ich immer ausgewichen bin, mich dem zu stellen.“

Seit 40 Jahren sucht Jörg Schleyer Antwort auf die Fragen, wie sein Vater die Geiselhaft verbracht hat und welcher Terrorist die tödlichen Schüsse abgegeben hat. Nach dem mehr als siebenstündigen Gespräch mit Maier-Witt sagte er dem Blatt: „Erstmalig habe ich aus dem Mund einer wegen des Mordes verurteilten Terroristin erfahren, wer die drei Personen sind, die bei meinem Vater waren, als die tödlichen Schüsse abgegeben wurden.“ Er hoffe, dass weitere Täter Maier-Witts Beispiel folgen.

Schleyer bat zudem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier um die Freigabe der bisher unter Verschluss gehaltenen Akten zu dem Mord. „Bei der Entscheidung über mindestens acht Gnadengesuche von RAF-Mördern in den vergangenen Jahren muss das Präsidialamt Einsicht in Aktenauszüge der Bundesanwaltschaft, des Verfassungsschutzes und des BND zu den Morden bekommen haben. Genau dieses Wissen darf den Hinterbliebenen der Opfer nach 40 Jahren nicht weiter verwehrt werden.“

Zum 40. Jahrestag der Ermordung Schleyers hatte Steinmeier Mitte Oktober ehemalige RAF-Terroristen aufgefordert, ihr Schweigen zu brechen.

Bis heute ist nicht geklärt, wer Schleyer nach sechswöchiger Geiselhaft erschossen hat. Vor dem Mord war der Versuch der Terroristen gescheitert, mit der Entführung führende RAF-Mitglieder aus der Haft freizupressen.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Berlin. Sie haben in Tschetschenien, Syrien und im Irak gekämpft: Die nordkaukasische Islamistenszene agiert in Deutschland weitgehend abgeschottet. Ihre Schwerpunkte liegen vor allem in Ostdeutschland.mehr...

Berlin. Die Bundestagsfraktionen von Union, SPD, FDP und Grünen wollen sich einem Medienbericht zufolge für einen besseren Opferschutz bei Terroranschlägen einsetzen. Wie die „Bild am Sonntag“ berichtete, wollen die vier Fraktionen in der kommenden Woche einen entsprechenden Antrag beschließen.mehr...

Berlin. Um die Zukunft von Cem Özdemir wird gerätselt, Grünen-Chef bleibt er jedenfalls nicht. Stattdessen bringt Hoffnungsträger Habeck sich in Stellung - und eine junge Abgeordnete aus Brandenburg. In den Bewerbungen steckt Zündstoff.mehr...

Berlin. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) hält die Stärkung von Polizei und Justiz für wichtiger als die von CDU und CSU im Bundestagswahlkampf in Aussicht gestellten Steuersenkungen.mehr...

Berlin. Die SPD unterstreicht das Soziale, die Union pocht auf Sicherheit. Ums Thema Flüchtlinge gibt es schon Ärger. Leicht seien sie nicht zu haben, betonen beide Seiten. Nur Theaterdonner vor einer neuen GroKo?mehr...