Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

WHO: In manchen Ländern jedes zehnte Medikament minderwertig

Genf. Die Pharmaforschung hat in den vergangenen Jahrzehnten großen Fortschritt gebracht. Ohne Krebspräparate oder Antibiotika hätten viele Patienten keine Überlebenschance. Doch nicht alle Medikamente erfüllen die erreichten Standards. Die WHO zeigt sich besorgt.

WHO: In manchen Ländern jedes zehnte Medikament minderwertig

Laut WHO sind weltweit viele gefälschte Medikamente im Umlauf. Oft enthalten sie keinen Wirkstoff. Foto: Hans-Jürgen Wiedl/dpa-Zentralbild

Jedes zehnte Medikament ist in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gefälscht oder minderwertig. Aber auch aus Deutschland gingen seit Beginn der WHO-Erhebung 2013 Meldungen über solche teils gefährlichen Substanzen ein, wie die WHO berichtet.

„Das ist nicht nur eine Geldverschwendung für Patienten und Gesundheitssysteme, solche Produkte können auch schwere Krankheiten oder sogar den Tod bedeuten“, so die WHO.

Betroffen waren vor allem Antibiotika und Medikamente gegen Malaria, aber auch gegen Krebs und Verhütungsmittel. Es handelte sich zum Teil um komplett gefälschte Medikamente, etwa Pulver und Tabletten mit bekannten Markennamen, die aber keinen Wirkstoff enthalten. Andere Medikamente sind nicht getestet oder fallen bei Tests durch, weil sie Qualitätsstandards nicht erfüllen oder nicht halten, was sie versprechen.

Insgesamt dokumentiert die WHO 1500 gemeldete Fälle in aller Welt. Fast die Hälfte der bemängelten Medikamente tauchten in Afrika südlich der Sahara auf (42 Prozent). 21 Prozent wurden aus Europa gemeldet. Die WHO geht davon aus, dass diese Meldungen das Problem nicht annähernd wirklichkeitsnah abbilden. In zahlreichen Fällen würden falsche oder unzureichende Medikamente nicht erkannt.

Die WHO berichtet über eine Hochrechnung der Universität Edinburgh, wonach womöglich bis zu 169 000 Kinder im Jahr an Lungenentzündung sterben, weil sie nicht die richtigen Medikamente bekommen.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Berlin. Es ist eine ethisch heikle Frage: Was ist es wert, wenn die Medizin einem Todkranken Hoffnung auf wenige Monate längeres Leben macht - aber für einen hohen Preis und mit großen Nebenwirkungen?mehr...

Berlin. Nach Krankheiten können Antibiotika übrig bleiben. Dieser Rest sollte am besten über den Hausmüll entsorgt werden. Eine andere beliebte Methode bringt hingegen Probleme mit sich.mehr...

Wer nach Weihnachten wieder ein paar Pfunde loswerden möchte, muss nicht gleich mehrere Wochen strikt Diät halten. Leichter fällt es vielen, für mehrere Stunden am Tag zu fasten. Die Methoden im Überblick:mehr...

Berlin. Obwohl homöopathische Therapien laut großen Studien keine Wirkung besitzen, zahlen viele Krankenkassen sie. Damit müsse Schluss sein, fordern Kritiker.mehr...

Hamburg. Die Wünsche für das neue Jahr ähneln denen vergangener Jahre: Weniger Stress erhoffen sich viele. Vor allem Jüngere denken dabei an ihr Handy und wünschen sich mehr Offline-Zeit.mehr...