Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Kleine Summe, große Wirkung

Streit um Nebenkosten der LEG geht weiter

Dorsten Trotz des geringen Streitwerts hat eine Zivilrichterin am Donnerstag eine Berufung im Rechtsstreit um Nebenkosten zugelassen. Das freut Mieter der LEG, die ihre Nebenkosten nicht gezahlt haben und hoffen, dass im Rechtsstreit irgendwann ein Grundsatzurteil zugunsten der Mieter gefällt wird.

Streit um Nebenkosten der LEG geht weiter

Rita (Mi.) und Wilhelm Zachraj sind froh, dass die Zivilrichterin in dem Rechtsstreit um Nebenkosten mit der LEG die Berufung zulassen wird. Anwältin Dorchanaj Pohanyar aus Dortmund vertritt die beiden vor Gericht.

Es geht um einen relativ kleinen Betrag – 319,65 Euro. Doch für die 1045 Mieter der LEG-Wohnungen in Barkenberg ist dieser Betrag eine hohe Summe. Rita Zachraj und ihr Mann Wilhelm haben die Nachforderung der LEG für Nebenkosten hartnäckig verweigert und sind gespannt, wie das Zivilgericht in Dorsten in dieser Sache entscheidet. Weil die Zachrajs nicht gezahlt haben, hat die LEG die Eheleute nämlich verklagt.

Die Barkenberger Eheleute haben der LEG die Nachforderung für Nebenkosten verweigert, weil sie behaupten, dass die Nebenkostenabrechnung nicht transparent sei und nicht den gesetzlichen Anforderungen entspreche. „Es ist nicht festzustellen, welche Berechnungskriterien zugrundeliegen“, sagen Rita und Wilhelm Zachraj.

Kritik vom Mieterbeirat

Die Zahlen der LEG stimmen skeptisch

Wulfen-Barkenberg 1045 Wohnungen hat die LEG in Wulfen-Barkenberg. Gern sähe es der Mieterbeirat, dass das börsennotierte Unternehmen nicht nur seinen Aktionären Gutes zuteil werden lässt. "Im Geschäftsbericht 2016 wurde eine deutliche Anhebung der Dividende angekündigt. Die Mieter der LEG bekommen wenig davon zu spüren, dass die LEG hohe Gewinne eingefahren hat."mehr...

Die LEG sagt dagegen auf Anfrage unserer Zeitung: „Leider gab es seitens unserer Mieter Einwendungen gegen unsere Betriebskostenabrechnung. Letztere ist unserer Ansicht nach sachlich wie juristisch völlig einwandfrei.“ Die LEG habe den Mietern wie auch dem Mieterverein wiederholt die Betriebskostenabrechnung erläutert und ihren Standpunkt erklärt. Das fanden die Eheleute Zachraj aber wohl nicht nachvollziehbar.

Ein Urteil habe, so die Zachrajs, Auswirkungen auf weitere Einsprüche gegen die Nebenkostenbescheide der LEG-Mieter in Barkenberg. „Das wird so etwas wie ein Grundsatzurteil.“

Voller Gerichtssaal

Das gab es am Donnerstag aber nicht. Dafür einen vollen Gerichtssaal, denn der LEG-Mieterbeirat, dessen Vorsitzende Rita Zachraj ist, hatte mobil gemacht. Mehr als 40 Mieter aus Barkenberg und Marl waren gekommen, um der Verhandlung zu folgen. 25 wurden in dem zu kleinen Gerichtssaal als Zuhörer zugelassen.

Die Richterin machte aus ihre Meinung keinen Hehl, dass die LEG nicht gegen gängige Rechtssprechung verstößt. Sie deutete dabei auf einen Stapel Papier mit einschlägigen höchstrichterlichen Urteilen.

Der Anwalt der LEG warf den beklagten Eheleuten vor, sie strebten eine Rechtssprechung für sich an, um Kosten zu sparen, die dann auf die Allgemeinheit umgewälzt werden. Die Anwältin der Eheleute wies das zurück. 

Intransparenz der Kosten

Es gehe in Summe um Intransparenz der Abrechnungen und die Verletzung der Wirtschaftlichkeit, machte sie deutlich. Die Eheleute hätten 2012 den Mietvertrag für ihre Wohnung in der Kampstraße unterschrieben. Das sei zu einem Zeitpunkt gewesen, als für die LEG ersichtlich gewesen sein müsse, dass der Müllentsorger Innotec, seit 2010 für die LEG-Wohnungen zuständig, zu teuer war. „Das wird insbesondere deutlich in den Nebenkostenabrechnungen für das zweite Halbjahr 2016, die mir heute vorgelegt worden sind“, sagte die Anwältin auch. Demnach mussten alle Mietparteien bis 30. Juni 2016 für die Innotec-Versorgung doppelt so viel zahlen wie beim Nachfolgeunternehmen „Perfect“.

Urteil in drei Monaten

Die Richterin deutete am Donnerstag an, dass das Urteil in etwa drei Monaten ergehen werde. Beide Parteien hätten ausreichend Gelegenheit, sich zu Einzelheiten zu äußern und ihre Meinung schriftlich kundzutun. 

 

 

Dortmund Das Wohnungsunternehmen LEG modernisiert mehr als 300 Wohnungen im Dortmunder Kreuzviertel und kündigt satte Mieterhöhungen um bis zu 50 Prozent an. Nun wehren sich die Mieter, die manche Erhöhungen als "Wucher" und "Witz" bezeichnen: Sie schicken einen Brief mit Forderungen an die LEG und wenden sich an die Politik.mehr...

Dorsten Mieterforum Ruhr und Mieterbeiräte von LEG-Wohnungen schilderten am Mittwoch in einem Pressegespräch an der Dimker Allee in Barkenberg, welche existenziellen Probleme LEG-Mieter quälen. Sie fordern von der LEG, Alternativen zu finden, damit Miete und Nebenkosten für die Mieter bezahlbar bleiben.mehr...

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Rundgang durchs Verwaltungsgebäude

Rathaus soll unter Denkmalschutz gestellt werden

Dorsten Dorstens Rathaus ist ein "Sahnestück". Das sagen Architekten und Denkmalschützer. Es soll unter Denkmalschutz gestellt werden. Ratsmitglieder konnten beim Rundgang am Dienstag nur staunen, als ihnen Besonderheiten der Baukunst der 1950er-Jahre präsentiert wurden.mehr...

Dorsten Eltern gehen auf die Barrikaden, weil im Gymnasium Petrinum vieles im Argen liegt. Jetzt kommt möglicherweise Bewegung in den Sanierungsstau. Aber Schüler und Lehrer sollen auch in die Pflicht genommen werden.mehr...

Dorsten Kurz nach Schuljahresbeginn hatte die Stadt eine „Blechlawine“ an der Bonifatiusschule sowie am Schulzentrum Pliesterbecker Straße festgestellt und Kontrollen gemacht. Jetzt liegen die Ergebnisse vor.mehr...

Dorsten Zwei alte Bekannte führen den Holsterhausener Carnevals-Club (HCC) durch die Session 2017/2018. Robert I. und Heidrun I. sitzen erneut auf dem Thron, nachdem ihnen 2016 ein Sturm in die Quere kam.mehr...

Dorsten Drei Fördervereine aus Dorsten können insgesamt 5000 Euro gewinnen. Sie entscheiden, welche Bildungseinrichtungen erstmals vom Medienhaus Lensing Hilfswerk unterstützt werden, Die Abstimmung läuft bis zum 23. Oktober.mehr...

Interview mit Christine Sommer

Bekannte Schauspieler kommen zur Lesung

Dorsten Sie wohnen nur wenige Steinwürfe von Dorsten entfernt, dennoch ist das Schauspieler-Ehepaar Christine Sommer und Martin Brambach mit Wahlheimat Recklinghausen im Moment schwer erreichbar. Mit etwas Glück gelang es Redakteurin Anke Klapsing-Reich aber doch, Christine Sommer in einer Drehlücke in Kitzbühel am Handy zu erwischen und zu ihrem Live-Auftritt am 16. September in Dorsten zu befragen.mehr...