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Projekt-Ideen vorgestellt

Neues Wohnen im Alter

Heek Wird das eigene Haus im Alter zu groß, sind Alternativen gefragt. Mögliche Wohnformen stellten Experten jetzt vor. Es sei ein Geben und Nehmen.

Neues Wohnen im Alter

Stadtplaner Frank Schulz aus Dortmund notierte sich alle Anregungen. joemann Foto: Rupert Joemann

Einige Finger gehen nach oben, als Stadtplaner Frank Schulz (Dortmund) nach der Auftaktveranstaltung im Haus Hugenroth fragt, wer sich denn eine alternative Wohnform vorstellen kann. Zuvor hatten einige Referenten bestehende Projekte in verschiedenen Städten vorgestellt. Der Infoabend stand unter dem Motto „Gemeinsam in Heek – Rezepte für neue Wohnalternativen“. Die finanziellen Mittel dafür stammen aus einem Regionale-2016-Projekt. Die Veranstaltung am Mittwochabend bildete den Auftakt dazu.

„Das Thema ist im ländlichen Raum noch relativ neu“, sagte Frank Schulz. Das sei in den Großstädten anders. Schulz hob hervor, dass die Gemeinde Heek das Thema von sich aus angegangen sei und damit offenkundig interessiert sei, es voranzutreiben. „Damit haben Sie einen starken Partner“, sagte Schulz zu den Gästen. Und das sei ein Vorteil. Schließlich müsse man gegebenenfalls mit der Kommune bei der Grundstücksauswahl oder Bauplanung zusammenarbeiten.

Kerngruppe ist wichtig

In einem waren sich alle Referenten einig: „Es muss eine Kerngruppe da sein, die den Rahmen festlegt, sonst gibt es kein Gerüst“, sagte Ursula Kurth vom Verein „Besser gemeinsam wohnen“ aus Kempen. Das sah auch die Herforderin Ulrike Warnecke vom Mehrgenerationenhaus Alte Schule Ottelau so: „Es muss ein Motor da sein.“ Es müsse einen harten Kern geben, der sich kümmere, so Sabine Matzke (Wohnbundberatung NRW). Die Entscheidungen müssten dann aber von einer großen Mehrheit getroffen werden, „dann hält das auch“, sagte Warnecke.

Die vorgestellten Wohnprojekte hatten zum Teil mehr als 30 Wohneinheiten. Die Kosten betrugen mehrere Millionen Euro. „Das kann aber auch was viel Kleineres sein“, sagte Frank Schulz. Eine solche alternative Wohnform könne zum Beispiel in einem alten Gebäude oder auf einem unbebauten Grundstück verwirklicht werden. „Wir wollen Ihnen Anregungen geben“, so der Stadtplaner.

Die vorgestellten Projekte standen auf unterschiedlichen Beinen. So gab es genossenschaftliche Modelle genauso wie Mehrgenerationenhäuser von Investoren. Ein solches Investoren-Modell gibt es in Wulfen-Barkenberg in der ehemals leer stehenden „Blauen Schule“. „Es ist noch keiner freiwillig ausgezogen“, sagte Roswitha Himmelmann vom dortigen Verein. Es gebe einen Gemeinschaftsraum und sogar ein Gästezimmer.

Bunte Wohngemeinschaft

Die Wohngemeinschaft ist bunt gemischt. In der „Blauen Schule“ gibt es 60 Prozent Sozialwohnungen. „Es gibt natürlich auch Konflikte“, sagte Roswitha Himmelmann. Man dürfe nicht zu hohe Erwartungen an die Gruppe haben. Ulrike Warnecke fragte: „Wie will ich die Leute verpflichten?“ Die meisten würden sich aber gut einbringen.

Die Alte Schule Ottelau veranstaltet sogar einen Weihnachtsmarkt und ein offenes Atelier. Die Bochumer Genossenschaft Kronenstraße bietet neben Eigentums- und Sozialwohnungen ein kleines Altenheim, eine Demenz-WG und ein Nachbarschaftszentrum.

Wichtig ist nicht nur den Bochumern zum einen das Miteinander der Bewohner, sondern auch der Kontakt zu den Nachbarn im Quartier. „Einer passt immer auf die Kinder auf, wenn die beiden Eltern arbeiten müssen“, sagte Sabine Matzke. Es sei ein Geben und Nehmen.

Das Stadtentwicklungsbüro Steg (Dortmund) hatte große Karten von Heek und Nienborg ausgelegt, wo die Gäste Orte markieren konnten, die sich aus ihrer Sicht für ein alternatives Wohnprojekt eigneten. Zudem konnten die Gäste auf Karten Ideen notieren. Die sollen nun ausgewertet werden und dann wieder vorgelegt werden.

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