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Chaos ist alternativlos

B236-Umbau: Straßenbauer verärgern Anwohner und Politiker

SCHWERTE Der Auftritt der Deges-Vertreter im Planungsausschuss war in großen Teilen ein Déjà-vu-Erlebnis. Doch dann gab es doch noch unliebsame Überraschungen zum Ausbau der B236.

B236-Umbau: Straßenbauer verärgern Anwohner und Politiker

Hier sind Staus vorprogrammiert. Foto Paulitschke Foto: Foto: Bernd Paulitschke

Am Freischütz werde ein Info-Büro eingerichtet, und es gebe regelmäßige Informationsveranstaltungen, versprach Udo Paderski, Bereichsleiter bei der Deges. Das Unternehmen, das mit langem Namen Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH heißt, ist für den Ausbau der B236 verantwortlich. Der hat zwar offiziell bereits begonnen, die großen Bauabschnitte kommen aber erst im nächsten Jahr auf die Schwerter zu.

Auffahrten ein halbes Jahr gesperrt

Vor allem, wenn die beiden Zufahrten zur Autobahn für jeweils ein halbes Jahr gesperrt werden, müssen sich Schwerter auf ein Verkehrschaos einstellen. Dennoch sah Paderski keine sinnvolle Alternative zu den Sperrungen. Ein Bau in Abschnitten, bei denen es zumindest phasenweise eine Öffnung der Auffahrten gebe, wie von SPD-Sprecher Heinz Haggeney angeregt, sei praktisch nicht möglich. Vor allem, weil die Baustelle auch ausreichend Abstand zum Verkehr brauche. Den Arbeitstag in die Nacht zu verlängern, um die Arbeiten zu beschleunigen, gehe auch nicht, weil man die Baustelle in der Nähe zur Autobahn nicht nachts ausreichend ausleuchten dürfe. Da gemeinsam mit der Auffahrt Köln auch die Kreuzung im Bereich Bergstraße umgebaut wird, müssen die Anwohner mit einer Umleitung über Klusenweg und Talweg leben. „Da wäre es doch sinnvoll, die Bergstraße bereits auf Dortmunder Gebiet zu sperren, um zumindest den Durchgangsverkehr abzuhalten“, regte CDU-Ratsherr Herbert Dieckmann an.

B236-Umbau: Straßenbauer verärgern Anwohner und Politiker

Die rote Markierung zeigt die Umleitungsstrecke. Grafik Mühe

Neu war die Erkenntnis, dass im Bereich des Freischützes ein Reserveparkplatz angelegt werden soll, solange die Parkmöglichkeiten auf östlichen Seite der B236 als Lagerplatz für Baumaterial genutzt werden.

Radfahrer müssen auf die Bundesstraße

Überraschung auch bei der Führung der Radwege: Die sollen nämlich zum einen an der Bergstraße enden. Die Radfahrer müssten dann auf der ausgebauten B236 weiterfahren. „Gibt es da wenigstens eine Ampel, die mich sicher in den Verkehr leitet?“, fragte Grünen-Vertreter Bruno Heinz-Fischer.

Für raue Töne fühlte sich WfS-Vertreter Thomas Keuthen zuständig. „Nehmen Sie es nicht persönlich, die Straßenbauer haben uns belogen und betrogen“, begann er seine Ausführungen. Abgasberechnungen seien vom Landesbetrieb gefälscht worden, die Stadt Schwerte würde verar..., so Keuthen. Der alle aufrief, sich seiner Petition an den Bundestag gegen den Planfeststellungsbeschluss anzuschließen.

Paderski betonte, dass die Planfeststellung zwar die Basis sei, auf der jetzt gebaut werde. Aber das Verfahren sei zum einen ja schon gelaufen, zum anderen keine Angelegenheit der Deges.

Lärmschutzwand verkleinert manche Gärten

Offen blieb, warum es offensichtlich Anwohner der Kleinen Bergstraße gibt, die heute noch nicht wissen, dass Fahrradweg und Lärmschutzwände ein Stück ihrer Gärten kosten werden. „Die Verwaltung hat eine Arbeitsgruppe gebildet, in der alle diese Probleme besprochen werden“, so Stadtplaner Adrian Mork. Da komme auch das auf die Tagesordnung. Deges-Bereichsleiter Paderski meinte dazu nur harsch, wer von so einer Maßnahme betroffen sei, müsse sich auch mal selbst informieren.

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