Lade Login-Box.

Steigender Wettbewerb: Energiepreise – Wie kommen sie zustande?

Die Liberalisierung des Energiemarktes in Deutschland sorgt nach wie vor für stetig steigenden Wettbewerb zwischen den alteingesessenen und neu gegründeten Anbietern.

  • Verschiedene Anbieter - verschiedene Preise. Ein genauer Vergleich lohnt sich. Denn wer nicht jedes Jahr erneut den Anbieter wechseln möchte, sollte sich für einen dauerhaft günstiges Angebot entscheiden.

    Verschiedene Anbieter - verschiedene Preise. Ein genauer Vergleich lohnt sich. Denn wer nicht jedes Jahr erneut den Anbieter wechseln möchte, sollte sich für einen dauerhaft günstiges Angebot entscheiden.

Ziel der Liberalisierung war es, die Preise für Erdgas und Strom zu senken.
Betrachtet man den Weg des Stroms von der Erzeugung im Kraftwerk bis hin zum Verbraucher - in der Regel ein Gerät, das in der Steckdose steckt - stellt man fest, dass nicht alle Teile der Lieferkette einem Wettbewerb unterworfen sind. Das Versorgungsnetz, also die Ansammlung von Leitungen, Transformatoren und Masten, kann nicht sinnvoll dem Wettbewerb unterzogen werden. Mit „nicht sinnvoll“ ist gemeint, dass andernfalls mehrere Versorgungsnetze parallel nebeneinander gebaut werden müssten. Dies hat naturgemäß zur Folge, dass der jeweilige Netzbetreiber eine Monopolstellung einnimmt. Damit diese nicht ausgenutzt werden kann, werden die sogenannten Netznutzungsentgelte, also die Gebühren für die Benutzung des Versorgungsnetzes, die der Netzbetreiber erhebt, von staatlicher Stelle über die Bundesnetzagentur geregelt bzw. reguliert. Die Netznutzungsentgelte sind für jedes Energieversorgungsunternehmen gleich hoch und machen circa ein Viertel des Strompreises aus. Bis hierhin hat also kein Energieversorger Vor- oder Nachteile, die sich auf den Energiepreis auswirken könnten.

Wie kommen also die unterschiedlichen Preise zwischen den Anbietern zustande?
Im Gegensatz zu anderen Gütern kann Strom nicht eingekauft, eingelagert und paketweise weiter an den Endkunden verkauft werden. Strom muss in genau dem Moment erzeugt werden, in dem er verbraucht wird. Aufgrund der Tatsache, dass ein Energieversorger aber vorher die Strommenge für einen bestimmten Zeitraum „vorbestellen“ muss und genau diese Menge zu bezahlen hat, wird deutlich, dass eine möglichst genaue Vorhersage über die tatsächlich abgenommene Menge durch den Endkunden über den Ertrag entscheidet. Den günstigsten Preis im Vergleich zum Wettbewerb zu haben, hängt also von der Fähigkeit des Versorgers ab, möglichst genau, unter Berücksichtigung der angestrebten Gewinne, zu kalkulieren. 

Zu dem Preis für die Stromerzeugung bzw. dem Verbrauch und der Netznutzung werden dem Endkunden noch weitere gesetzliche Preisbestandteile durchgereicht. Hierbei handelt es sich um folgende festgeschriebene Abgaben:
 
  • Stromsteuer, oder auch Ökosteuer genannt: Wird für den Verbrauch von elektrischer Energie erhoben.
  • Mehrwertsteuer: Gesetzlich festgelegter Bestandteil.
  • EEG Umlage: Durch diese fördert der Verbraucher den Ausbau erneuerbarer Energien. Die Umlage ist im Erneuerbare-Energien-Gesetzt geregelt.
  • Netznutzungsentgelte: Diese Kosten gehen an den jeweiligen Netzbetreiber für die Nutzung der Stromnetzte und Zählereinrichtungen.
  • Erzeugung und Vertrieb: Diese Teil ist abhängig von der Beschaffung von Rohstoffen und Produktionskosten. Der Preis für die Erzeugung von Strom wird weitgehend an den Großhandelsplätzen (Strombörsen) bestimmt.
  • KWK-Umlage: Ist mit dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz 2002 eingeführt worden und dient der Förderung der Stromerzeugung durch Anlagen mit Kraft-Wärme Kopplung.
  • Offshore-Umlage: Diese Umlage existiert erst seit 2013 und ist zur Deckung von Schadensersatzkosten durch verspätete Anschlüsse von Offshore Windparks eingeführt worden.
  • Verordnung über Vereinbarungen zu abschaltbaren Lasten (auch Umlage für abschaltbare Lasten nach §18 AbLaV genannt): Diese Umlage wird 2014 eingeführt und dient der Kostendeckung der Netz- und Systemsicherheit.
  • Konzessionsabgaben: Diese werden von Gemeinden und Gemeindeverbänden dafür erhoben, dass Energie- und Wasserversorgungsunternehmen die im Verkehrsraum der jeweiligen Stadt oder Gemeinde, aber auch des Kreises oder eines Zweckverbands verlegten Rohrleitungsnetze nutzen dürfen oder auch neue Leitung verlegen dürfen.
Wie Sie sehen, lohnt sich bei Preisvergleichen ein genauerer Blick „hinter die Kulissen“. Dazu gehört auch ein Preisvergleich über einen längeren Zeitraum. Denn wer nicht jedes Jahr erneut den Anbieter wechseln möchte, sollte sich für ein dauerhaft günstiges Angebot entscheiden.