Kritik an der Kostenexplosion: Steuerzahler-Bund prangert U-Turm-Kosten an
DORTMUND Der Bund der Steuerzahler rechnet mit dem U-Turm ab. Ein Artikel in der April-Ausgabe seines Monats-Magazins kreidet der Stadt an, sie sei „mit halbgaren Plänen und Konzepten zu Werke gegangen“, die den Umbau zu einem „Abenteuer für die Steuerzahler“ machen. Das Fazit lautet: „U wie unberechenbar“.
Mehrere Jahre lang hat Andrea Defeld die Kosten-Entwicklung des U verfolgt. Besucht habe sie den U-Turm bisher nicht, sagt Defeld, um ihren neutralen Blick nicht zu verlieren. (Foto: Tilman Abegg)
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Zwei Kostentreiber: Das Mietverhältnis und die Erweiterung
Einen Grund sieht die Journalistin Andrea Defeld, die Autorin des Artikels, im Mietverhältnis. Die Wirtschaftskrise habe die Stadt 2009 dazu gezwungen, die 50 Millionen auszugeben, die sie für den Kauf des Turms gespart hatte. Jetzt zahlt die Stadt Miete – allein für 2012 sind das 3,8 Millionen Euro.
Zweite Kostenpumpe sei die Erweiterung des U vom reinen Museumsstandort zum „Zentrum für Kunst und Kreativität“ mit Hartware Medienkunstverein, Hochschulen und kultureller Bildung. Das erfordere einen publikumsgerechten Ausbau aller Etagen, erhöhe die Energiekosten und die Miete.
Fehler: Das U im Kulturhauptstadtjahr zu eröffnen
Unterm Strich habe die Stadt den Kardinalfehler begangen, sich selbst dem Druck auszusetzen, das U unbedingt rechtzeitig zum Kulturhauptstadtjahr 2010 zu eröffnen, sagt Defeld. Die Stadt argumentierte damals mit den Fördergeldern, die sie für das Projekt nicht erhalten hätte, wenn der U-Turm später eröffnet worden wäre. Fatale Entscheidung, sagt Defeld. Denn so war nicht genug Zeit, um den gesamten Umbau seriös durchzuplanen und zu -rechnen. „Die Stadt hat sehenden Auges in Kauf genommen, dass das U unberechenbar wird.“






