Im Kino: "Einmal ist keinmal": Bring mir den Kopf von Joe Morelli!

Man muss kein Physiker oder Philosoph sein, um sich Gedanken über die Zerdehnung von Zeit machen zu können. Es reicht aus, Zuschauer eines Films zu sein, wie ihn Julie Anne Robinson gedreht hat: eine verpatzte Mischung aus romantischer Komödie, Weichzeichner-Krimi und verhaltenem Actiondrama. Für jeden etwas – also nicht Halbes, nichts Ganzes.

  • Kaffee statt Six-Pack: Tatsächlich hat sich zwischen Stephanie Plum (Katherine Heigl) und Joe Morelli (Jason O'Mara) in dieser Nacht nichts abgespielt.

    Kaffee statt Six-Pack: Tatsächlich hat sich zwischen Stephanie Plum (Katherine Heigl) und Joe Morelli (Jason O'Mara) in dieser Nacht nichts abgespielt. Foto: Concorde

Grundlage der Figurenkonstellation und der Handlungsoptionen ist eine inzwischen auf 18 Bände angewachsene Romanreihe von Janet Evanovich, in der eine gewisse Stephanie Plum auf Verbrecherjagd geht.

Auftakt der Serie war das Buch „Einmal ist keinmal“, in dem man erfahren hat, wie eine gewisse Stephanie aus New Jersey an ihren Job als Kautionsjägerin gekommen ist, eine Berufssparte, die es so nur in den USA gibt, dem hiesigen Kinopublikum aber spätestens seit „Der Kautions-Cop“ nicht mehr weiter erklärt werden muss. Zumindest das erspart uns Robinson.

Ein bisschen Verliebtsein

Dafür allerdings nicht das recht bemühte Intro von dem völlig bankrotten Mädel (Katherine Heigl), das wohl jede Arbeit annehmen würde, um sich seiner Schulden zu entledigen.

Um so überraschender, mit welch rascher Auffassungsgabe und großem Gespür die Job-Novizin einen komplizierten Mordfall löst, dabei nicht nur alle Kollegen und Berufspolizisten dumm aussehen lässt, sondern auch noch so ganz nebenbei den dringend Tatverdächtigen Joe Morelli (Jason O‘Mara) für 50 000 Dollar Kautionssumme einkassiert und dessen Unschuld beweist. Ach ja, ein bisschen Verliebtsein ist natürlich auch noch im Spiel.

90 Minuten werden zur Ewigkeit

Das dauert zwar nur rund 90 Minuten, kommt einem trotzdem wie eine Ewigkeit vor. Nebenfiguren sind nichts weiter als karikierte Stichwortgeber, die spannungslose Handlung ist verworren und wird selbst durch Stephanies unbeholfenen Voice-Over-Kommentar nicht interessanter. Humorvoller ohnehin nicht. Und die Paarung Heigl-O‘Mara lässt auch keine Funken sprühen.

Was Physiker und Philosophen die Zerdehnung von Zeit nennen, bezeichnet der Filmfreund übrigens schlicht als Langeweile.
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