"Die andere Schönheit": Ausstellung auf Zollverein mit Florian Monheim

ESSEN Florian Monheim hat umgesattelt. Jahrelang widmete sich der namhafte Fotograf erhabener romanischer und gotischer Kirchenarchitektur. Die Majestät der Industriekathedralen entdeckte er erst jetzt als spannendes Thema - das zeigt die Ausstellung "Die andere Schönheit - Industriekultur in Nordrhein-Westfalen" auf Zollverein.

  • Kleiderkörbe in der Waschkaue von Zeche Zollern.

    Kleiderkörbe in der Waschkaue von Zeche Zollern. Foto: Monheim

Die Ästhetik, die seinen detailgenauen Blick auf Sakralbauten schärfte, prägt auch seine Wahrnehmung der Industriekultur. Damit hebt sich Monheim ab von der Foto-Inflation stillgelegter Zechen und Stahlwerke der Ruhrregion.

Eine Schönheit auf den zweiten Blick bestimmt die Auswahl seiner Aufnahmen in der Ausstellung "Die andere Schönheit - Industriekultur in Nordrhein-Westfalen" im Portal der Industriekultur in der ehemaligen Kohlenwäsche des Weltkulturerbes Zollverein. Zu dieser Ausstellung haben die Landschaftsverbände Westfalen-Lippe und Rheinland den 49-Jährigen aus Krefeld gemeinsam mit der Stiftung Zollverein eingeladen.

    
Die Hängung offenbart spannende Bezüge. Die historische Fachwerkarchitektur der ehemaligen Baumwollspinnerei Ermen & Engels in Engelskirchen korrespondiert mit dem stählernen Fachwerk der berühmten Industriearchitekten Fritz Schupp und Martin Kremmer auf Zollverein und auf Nordstern in Gelsenkirchen.

Sogar im Rohrgewirr der Dortmunder Kokerei Hansa entdeckt Monheim eine verborgene Ästhetik. "Man sieht erst mal nur Rohre und Träger", sagt der Fotograf. "Es ist das Chaos. Es ist nicht leicht, darin eine Ordnung zu finden."

Arbeit mit Digitalkamera

Die sorgfältige Einstellung des Objektivs seiner Digitalkamera hat Monheim aus der Arbeit mit der Großbildkamera übernommen. Diese Arbeitsweise führt in einer Aufnahme des Duisburger Innenhafens im frühen Morgenlicht bei spiegelglattem Wasser zu einem der herrlichsten Ergebnisse.

Ausgerechnet diese Aufnahme ist auf Zollverein nicht zu sehen. Aber sie findet sich in einem Fotoband, das unter dem Titel der Ausstellung im Kölner Greven-Verlag erschienen ist.

Zollverein in Essen, Gelsenkirchener Straße 181, bis 19.8., Mo-So 10-20 Uhr.

 

Autor
Bernd Aulich
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    24. April 2012, 15:35 Uhr
    Aktualisiert:
    24. April 2012, 19:14 Uhr
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