Kálmán-Operette an der Rheinoper: Der Traum der Csárdásfürstin

DUISBURG "There's no business like showbusiness" - ein passender Slogan für die "Csárdásfürstin"? Für Joan Anton Rechi schon. Der aus Andorra stammende Regisseur inszeniert Emmerich Kálmáns Meisteroperette an der Rheinoper als einen Traum von Showkarriere und großer Liebe. Das Premierenpublikum feierte am Samstagabend im Theater Duisburg seine heiter-beschwingte Hochglanzproduktion.

  • Lebemänner Feri Bácsi (Bruno Balmelli) und Graf Boni (Florian Simson), umringt von den "Mädis vom Chantant".

    Lebemänner Feri Bácsi (Bruno Balmelli) und Graf Boni (Florian Simson), umringt von den "Mädis vom Chantant". Foto: Michel

Rechis "Csárdásfürstin" könnte man sich gut am New Yorker Broadway vorstellen. Seine Sylva Varescu ist eine kleine Reinigungskraft, die den American Dream träumt, sich vom Glanz eines Revuetheaters blenden lässt, und doch am Ende wieder ihre Schürze in die Hand gedrückt bekommt.

Dazwischen gibt es kühlen Glamour mit raffinierten klappbaren Showtreppen und vielen kleinen Lichtern (Bühne: Alfons Flores), einen witzig und mit leichter Hand hingeworfenen zweiten Akt und auch etwas Herz-Schmerz.

Zeitsprung

Die als unstandesgemäß empfundene Liaison von Hochadel und Cabaret dagegen spielt kaum eine Rolle. Das zeigt nicht zuletzt das nach einem Zeitsprung in einem Bahnhof angesiedelte Finale. Corby Welch als Fürstensohn Edwin und Nataliya Kovalova als Csárdásfürstin harmonieren perfekt: Beide mit Schmelz und warmem Timbre in ihren großen Stimmen.

Nataliya Kovalova hat zudem hörbar den Csárdás im Blut, nur leider einen so heftigen osteuropäischen Akzent, dass man ihre Worte nur mit einem Blick auf die Übertitel versteht.

Sympathisches Paar

 Sympathischer ist da das zweite Paar: Alma Sadé adelt die Komtesse Stasi mit Eleganz und leicht geführtem, hellem Sopran. Florian Simson macht aus Graf Boni einen stimmlich und darstellerisch agilen Lover. E

inen weiteren Glanzpunkt setzt Bruno Balmelli als Feri Bácsi, assistiert von einem brillanten Zigeunertrio aus Violine, Kontrabass und Klavier.

Süffig-schwelgerisch

Der österreichische Dirigent Wolfram Koloseus bringt das rechte Gespür für Kolorit und Timing von Kálmáns Musik mit. Unter seiner Leitung klingen die Duisburger Philharmoniker wie ein süffig-schwelgerisches Operettenorchester. Einfach traumhaft.

Termine: 19./24./30.10.; Karten: Tel. (0203) 9 40 77 77. www.rheinoper.de
Autor
Klaus Stübler
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    14. Oktober 2012, 13:50 Uhr
    Aktualisiert:
    15. Oktober 2012, 13:14 Uhr
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