Ruhrfestspiele Recklinghausen: Gogols Komödie "Der Revisor" erntet kaum Lacher

RECKLINGHAUSEN Die Werke russischer Dramatiker stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Ruhrfestspiele, und Intendant Frank Hoffmann hat zur Eröffnung am Donnerstag Nikolai Gogols Komödien-Klassiker "Der Revisor" inszeniert. Doch die bitterböse Gesellschaftsatire über korrupte Amtsträger fällt recht bieder und angestaubt in Recklinghausen aus und erntet kaum Lacher.

  • Szene aus der Eröffnungsinszenierung "Der Revisor" (v.l.): Bernd Michael Lade, Marc Baum und Jevgenij Sitochin.

    Szene aus der Eröffnungsinszenierung "Der Revisor" (v.l.): Bernd Michael Lade, Marc Baum und Jevgenij Sitochin. Foto: Beu

Den fehlenden Lachern zum Troz spendete das Publikum, das bei der Premiere aus vielen echten VIPs bestand, der Theaterordnung entsprechend nach zwei langen Stunden Applaus.

In historisch anmutenden Kostümen mit viel Pelz lässt die Regie das Ensemble altbacken wirkende Komödienmittel einsetzen - da wird gestottert, sich devot verbogen und Mutter und Tochter liefern sich einen Zickenkrieg. Doch die Hoffmannschen Einfälle verpuffen mehr oder minder komikfrei.

    
Als Running-Gag trippeln die VIPs des Provinzstädtchens immer wieder entlang des Landschaftsprospekts im Bühnenhintergrund, bevor sie ins Rampenlicht treten.

Statisch angelegt sind die Besprechungen der städtischen Elite - wie Hühner auf der Stange sitzen sie nebeneinander auf ihren Stühlen, am Ende von Schnee berieselt, wenn sich per Lautsprecher der echte Revisor ankündigt.

Tatort-Komissar kann nichts retten

Die Besetzung der Hauptdarsteller mit zwei aus dem Fernsehen bekannten Schauspielern kann die Inszenierung auch nicht retten. Der Leipziger "Tatort"-Kommissar Bernd Michael Lade schwingt als Stadthauptmann seinen Spazierstock und gibt sich aggressiv-cholerisch.

Der in TV-Krimis als russischer Bösewicht auftretende Jevgenij Sitochin spielt den Hochstapler, der irrtümlich für den Revisor gehalten wird, und darf ab und an als gebürtiger Russe auch mal in seiner Muttersprache sprechen, sich ein Näschen Kokain gönnen und ansonsten mit viel Arm-Gefuchtel agieren. Die im Programmheft beschworene Aktualität entpuppt sich als eine Aneinanderreihung von angestaubten Genre-Bildern.

Termine: 5.-7.5.; Karten: Tel. (02361) 921 80.

 

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Autor
Britta Helmbold
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    4. Mai 2012, 16:00 Uhr
    Aktualisiert:
    4. Mai 2012, 19:14 Uhr