Kurzfilmtage vergaben MuVi-Preise: Künstler loten Form-Freiheit aus

OBERHAUSEN Alphabetisch leuchten Logos, technische Kürzel, Bandnamen und Organisationen auf. KFC, KGB, KLF, immer drei Buchstaben. Unterlegt ein Loop Minimal-Techno und eine Stimme, die die Abkürzungen nennt. Mit "uni acronym" gewann Carsten Nicolai am Samstag den mit 2500 Euro dotierten MuVi-Preis der Kurzfilmtage in Oberhausen.

  • Ein zweiter MuVi-Preis ging an den Clip »Fratzengulasch« bei den Oberhausener Kurzfilmtagen.

    Ein zweiter MuVi-Preis ging an den Clip »Fratzengulasch« bei den Oberhausener Kurzfilmtagen. Foto: Katharina Duve/Timo Schierhorn

"Eine simple Idee, glänzend umgesetzt in perfektem Zusammenspiel von Bild und Musik", befand die Jury, darunter Daniel Miller vom englischen Mute-Label. Der zweite Preis ging an ein Video von Katharina Duve und Timo Schierhorn zum warmen Ambient-Sound von Die Vögel. Sie haben Gesichter auf einem alten Klassenfoto animiert und übermalt: "Fratzengulasch". Auf Rang drei landeten Tanja Pippi und Angy Lord, die "Try" ihrer Band Jolly Goods mit der Performance eines androgynen Jungen im Kleid bebilderten. "Gute Variation über Rollenmodelle im Musikvideo", so die Jury.

Avantgarde

Während in Sonderschauen eine Avantgarde von "Bilderstürmern" der 60er-Jahre zu sehen ist, leben die Wettbewerbe des Festivals von einer Freiheit der Form, die damals erkämpft wurde: Abseits kommerzieller Zwänge ist vieles möglich. Meditatives wie Daniel Burkhardts "Schatten" (NRW-Programm) und Jana Debus' "The Sweetness Of Mother's Hair" mit indianischem Schamanen.

Witziges

Immer gerne, Witziges: Im Deutschen Wettbewerb lief "Das Badezimmer" von Björn Melhus. Mit Kettensäge führt uns Melhus durch ein Haus. Auf Deutsch ist Alfred Hitchcock zu hören, der die Handlung von "Psycho" in einem Promo-Film als real verkaufte. Für Kichern sorgte Jan Soldats "Zucht und Ordnung", eine Doku, die zwei Sado/Maso-Freunde samt Fetisch-Spielzeug vorstellt. Die fidelen Herren sind über 70!

Generationenporträt

In sechs Minuten fängt Irfan Akcadag den Lebenstraum vieler Deutschtürken ein. "Glück" meint, dass die Kinder es einmal besser haben. Papa Akcadag steht im Imbiss, die Tochter ist Ärztin, der Sohn studiert Kunst. Ein knappes, schlichtes, beredsames Generationenporträt.

 

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Autor
Kai-Uwe Brinkmann
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    29. April 2012, 17:10 Uhr
    Aktualisiert:
    29. April 2012, 18:43 Uhr