Zeche Hannover: Musikschüler suchen Klänge des Ruhrgebiets

BOCHUM Musikschüler der Märkischen Schule Wattenscheid und Jugendliche aus fünf weiteren Schulen in vier Städten der Region komponieren eine „Pott-Symphonie“. Dazu suchten sie am Mittwoch auf Zeche Hannover nach den Klängen den Ruhrgebiets.

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  • Auch die Sprechanlage im Malakow-Turm der Zeche Hannover wird ausprobiert. Das ist aber gar nicht so spannend, wenn am anderen Ende keiner antwortet.

    Auch die Sprechanlage im Malakow-Turm der Zeche Hannover wird ausprobiert. Das ist aber gar nicht so spannend, wenn am anderen Ende keiner antwortet. Foto: Platthaus

  • Die Jugendlichen der Märkischen Schule Wattenscheid erforschen die Zechen-Welt auf ihre Weise: Kettenrasseln wird gleich mit dem iPhone aufgenommen und für später festgehalten.

    Die Jugendlichen der Märkischen Schule Wattenscheid erforschen die Zechen-Welt auf ihre Weise: Kettenrasseln wird gleich mit dem iPhone aufgenommen und für später festgehalten. Foto: Platthaus

Das Echo im Malakow-Turm der Zeche Hannover ist gewaltig, als sich eine Gruppe Jugendlicher leise unterhält. Einer der Jugendlichen steht fasziniert im Turm und lauscht dem Echo nach. „Das wird super klingen, wenn ich hier Trompete spiele“, schwärmt er.

Auch ein Bass, ein Klavier und die Kistentrommel Cajón sind im Gespräch. Genau so soll es sein. Genau so sollen die Jugendlichen die Klänge der Industriekultur entdecken.

Welten entdecken

Projektleiterin Anja Hoffmann begleitet das Projekt zum vierten Mal, jedes Mal an einem anderen Ort und zu einem anderen Thema: „Auf Zeche Hannover geht es eher um Migration und die kulturelle Vielfalt des Ruhrgebiet.“

Gedacht ist das Projekt für 14- bis 16-Jährige, aber eine sechste Klasse macht auch mit. Und die Kinder des Adalbert-Stifter-Gymnasiums in Castrop-Rauxel erforschen ihre Klangwelt ganz anders als die Jugendlichen.

Singen im Turm

Auch sie schlagen Ketten an Wände, trampeln auf dem Boden und hüpfen auf der Eisentreppe im Turm.  Alles untermalt mit einem ganz eigenen Klangteppich: Dem natürlichen Lautstärke-Pegel von Sechstklässlern.

Auch Singen im Turm klingt hier anders als bei den Großen: Das „a“ wird eher gebrüllt als gesungen. Der Lerneffekt ist aber ganz ähnlich: Die Sechstklässler haben schnell heraus, wo es hallt, wo die Geräusche stumpfer werden.

Das Stampfen der alten Dampffördermaschine hat die Kinder besonders fasziniert: „Wir sollten uns das Geräusch von früher noch viel lauter vorstellen – es klang viel dumpfer als eine Dampflok.“ Eines der Mädchen spielt Geige, ein anderes Gitarre – „wir haben uns noch nichts überlegt, aber es wäre schön, wenn wir ein paar Instrumente einbauen könnten“.

Klangsammler

Bei der Recherche auf der Zeche sollen sich die Schüler für einen Spielort entscheiden, an dem sie ihr Musikstück aufführen möchten. In ihren Musikklassen arbeiten die Schüler jetzt weiter an der Pott-Symphonie. Unterstützt werden sie von professionellen Musikern wie dem Dortmunder Klangsammler Richard Ortmann.

    
Sie sollen dabei helfen, eine Melodie erstmal schriftlich zu fixieren – damit am Ende auch alle das Gleiche spielen. Ob die Fördermaschine oder die Alarm-Glocke in die Musikstücke einbezogen werden, haben die Schüler noch nicht entschieden. Erstmal hieß es: Anfassen, Krach machen oder, in wenigen Fällen, der Stille lauschen.

Die Aufführung der Pott-Symphonie
Am 23. Juni werden die Pott-Symphonien auf der Zeche Hannover aufgeführt. 130 Musikschüler dieser Schulen nehmen daran teil: Adalbert-Stifter-Gymnasium (Castrop-Rauxel), Droste-Hülshoff-Realschule (Dortmund), Heinrich-Böll-Gesamtschule (Bochum), Märkische Schule Wattenscheid, Städtisches Ratsgymnasium Gladbeck, Wilhelm-Rein-Förderschule (Dortmund).
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Autor
Stefanie Platthaus
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    10. April 2013, 18:04 Uhr
    Aktualisiert:
    10. April 2013, 18:34 Uhr