Tanktourismus trotz hoher Benzinpreise oft nicht rentabel

Konstanz (dpa) Mal eben in der Schweiz oder in Polen billig tanken gehen - das ist trotz hoher Benzinpreise in Deutschland nicht immer rentabel. Tanktourismus lohnt sich nur für die Autofahrer, die ohnehin durch das Land fahren oder dort einen Urlaubstag verbringen wollen.

  • Polnische Tankstelle, deutsche Autos: Die hohen Spritpreise fördern den Tanktourismus. Doch nicht immer lohnt die Fahrt über die Grenze. Foto: Patrick Pleul

    Polnische Tankstelle, deutsche Autos: Die hohen Spritpreise fördern den Tanktourismus. Doch nicht immer lohnt die Fahrt über die Grenze. Foto: Patrick Pleul Foto: dpa

Denn jede Fahrt verursacht Kosten. «Ich verbrauche Sprit, wenn ich da hin fahre, ich brauche Zeit dafür, ich muss die Abnutzung des Autos mit einrechnen», sagt Reimund Elbe vom ADAC in Stuttgart. Die Faustregel beim ADAC laute: Alles, was weiter als 30 Kilometer weg ist, rentiere sich kaum. «Als Rottweiler auf die Idee zu kommen - ich fahre nach Kreuzlingen, tanke da voll und fahre zurück - das lohnt sich nicht.» Den durchschnittlichen Preis für einen Liter Super in der Schweiz gibt der Automobilclub derzeit mit 1,51 Euro an. In Österreich zahle man dafür durchschnittlich 1,40 Euro, in Frankreich 1,54 Euro.

Früher konnte der Preisunterschied zwischen Deutschland und der Schweiz bei bis zu 30 Cent liegen. Mitte vergangenen Jahres stieg der Schweizer Benzinpreis - bedingt durch den starken Franken - dagegen sogar auf einen höheren Wert als auf deutscher Seite. Die Folge: Der Tanktourismus kehrte sich auf einmal um - und die Schweizer tankten billiger in Deutschland.

Keine Überraschung: Der Höhenflug bei den Benzinpreisen veranlasst viele Verbraucher zum Umdenken. So achten angesichts der Rekordstände an den Zapfsäulen zwei Drittel auf einen möglichst spritsparenden Fahrstil, wie aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Magazins «Stern» hervorgeht. Vier von zehn Befragten erklärten zudem, derzeit auch öfter das Auto stehen zu lassen.

28 Prozent steigen demnach aufs Rad um oder nutzen stärker als bislang Bus und Bahn (15 Prozent). Knapp jeder Fünfte (18 Prozent) gab laut Umfrage an, er würde sich in anderen Bereichen einschränken, um den Sprit bezahlen zu können. Fast jeder dritte Autofahrer erwägt demnach sogar, auf ein Auto mit niedrigem Verbrauch umsteigen zu wollen.

Eine große Mehrheit der Befragten (70 Prozent) spricht sich dafür aus, die Mineralölsteuer zu senken. Verantwortlich für die höchsten Spritpreise aller Zeiten sind nach Ansicht der meisten Bürger allerdings die Ölkonzerne (72 Prozent). Etwa jeder fünfte (23 Prozent) sieht die internationale Wirtschaftslage als Verursacher. 7 Prozent sind der Ansicht, Tankstellenpächter würden and der Preisschraube drehen.

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  • Erstellt:
    3. April 2012, 13:26 Uhr
    Aktualisiert:
    27. November 2013, 15:14 Uhr
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