Mitbestimmung bei 30-Zonen: Bürger geben Tempo vor

HÖRDE Die CDU möchte mit Bürgern einen Leitfaden für Tempo 30 in Wohngebieten, vor Schulen und Kindergärten entwickeln. Die Kriterien pro oder kontra Tempo 30 sollen dann für die Bezirksvertretung in Hörde ein Kompass sein.

2010 mussten die Bezirksvertreter über sieben Bürger-Anträge beraten und dann entscheiden, ob und wo Autofahrer auf die Bremse treten müssen. Hinzu kommen noch nicht abschließend behandelte Bürger-Wünsche wie aktuell für die Wellinghofer Amtsstraße oder die Höchstener Straße.

Den Vorschlag, Bürger an einem Tempo-30-Leitfaden mitwirken zu lassen, legt CDU-Fraktionssprecher Michael Depenbrock den Fraktionen in der Sitzung am Dienstag (13.9.) vor. Die Bezirksvertreter sollen darüber entscheiden, ob Bürger eine Arbeitsgruppe bilden und Kriterien für oder gegen Tempo entwickeln sollen. Depenbrock über den Hintergrund: „Ich persönlich halte nicht viel von Tempo 30, aber das muss nicht der Maßstab sein. Wenn Bürger andere Vorstellungen haben, sollte das in die Beschlüsse der Bezirksvertretung einfließen.“

Umleitungen führen zu mehr Verkehr

Wie mehrfach berichtet, nutzen meist Eltern die Einwohnerfragestunde im Bürgersaal, um die Kommunalpolitiker auf ein Raserproblem vor ihrer Haustür hinzuweisen. Die Ursachen sind unterschiedlich. Mal ist es eine Schule, vor der noch Tempo 50 galt, mal war es eine länger dauernde Umleitung oder ein Tempolimit, was dann zu mehr Verkehr auf einer Parallelstraße geführt hat – wie zum Beispiel bei der Wittbräucker Straße und dem Niederhofener Kohlenweg.

Nicht immer spiegelte die politische Debatte in der Bezirksvertretung die Interessen der Bürgerinnen und Bürger. Hinzu kamen die Messergebnisse der Polizei oder der Stadt, die nach Radarkontrollen oder dem Einsatz von Lasermessgeräten andere Tempowerte ermittelt als die Anwohner „gefühlt“ haben.

Depenbrock möchte Enttäuschungen vermeiden

„Oftmals führten diese unterschiedlichen Auffassungen zwischen Bürgern, Politik und Verwaltung zu Frustration und Ärger in der Bürgerschaft“, so Depenbrocks Erfahrung. Der Tempo-30-Kompass sicher stellen, dass Straßen „gleich“ behandelt werden. So wären schließlich langwierige Diskussionen und Enttäuschungen zu verhindern. 
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Autor
Peter Bandermann
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    31. August 2011, 12:29 Uhr
    Aktualisiert:
    16. Dezember 2013, 16:28 Uhr