Zwölftes Album: Madonna: «There's only one Queen»

Berlin/New York Kann sie es noch? Mit «MDNA» veröffentlicht Madonna jetzt ihr zwölftes Album. Bereits im Vorfeld war der Hype um die neue Platte groß - allerdings weniger wegen der Musik.

  • Madonna gibt den Ton an. Foto: John G. Maganglo

    Madonna gibt den Ton an. Foto: John G. Maganglo Foto: dpa

Das neue Album der «Queen of Pop» ist ein CD-Rohling mit aufgemaltem Smiley. Das endgültige Cover von Madonnas neuer Platte hat Universal Music Deutschland nicht parat, obwohl es im Internet - beispielsweise bei Amazon - längst zu sehen ist. Die Songliste? Top secret - zumindest bei der Plattenfirma; die Online-Musikhändler listen die Titel und Längen der Songs bereits auf. An diesem Freitag (23. März) erscheint «MDNA» - und glänzte im Vorfeld vor allem durch strenge Geheimhaltung.

So gab es für Journalisten keine Vorab-CD und keinen Link zu einem passwortgeschützten Musikstream, wie sonst üblich. Wer das Album hören möchte, muss in den schicken Universal-Bunker kommen, direkt an der Spree im Osten Berlins. Madonnas zwölftes Album - der Smiley-Rohling - wird in einem Raum mit zugezogenen Vorhängen präsentiert. Über die Titel der zwölf Songs - die «Deluxe»-Version hat 16 - sei nur das bekannt, was bereits im Netz stehe, erklärt eine Mitarbeiterin. «Alles, was wir wissen, haben wir aus dem Internet», sagt sie. «Es wird nichts offiziell rausgegeben.» Nicht einmal eine Pressemitteilung mit Produktionsnotizen...

Warum diese Geheimniskrämerei? Fest steht: Der Druck auf Madonna ist groß. Ihr letztes Album, «Hard Candy», ist vier Jahre alt. In den Charts war es zwar erfolgreich, viele Kritiker fanden es aber nur «gut» - nicht gut genug für die Perfektionistin Madonna. Überhaupt sorgte sie zuletzt eher mit der Adoption von Kindern oder der Eröffnung von Fitnessstudios für Schlagzeilen als mit ihrer Musik.

Dabei gilt die 53-Jährige als eine, die die Fäden in der Hand behalten will. «Sie ist in die Produktion eingebunden, wie man nur eingebunden sein kann», erzählte Mitproduzent Martin Solveig auf der Webseite «vmusic.com.au». Sie selbst sagte einst der Zeitschrift «Newsweek»: «Ich muss die ganze Zeit wissen, was die Leute über meine Arbeit denken.»

Mit ihrer neuen Platte gibt Madonna ihrem Publikum, nun ja, einen kleinen Schubs in die richtige Richtung. «There's only one Queen and that's Madonna» lässt sie Rapperin Nicki Minaj im Song «I Don't Give A...» sprechen. Fans und Musikexperten halten ihn für eine Abrechnung mit Ex-Mann Guy Ritchie. Erste Hörproben gab es immerhin schon bei YouTube.

Der Hype vor der Veröffentlichung war groß - nicht zuletzt wegen der Geheimhaltung der Details. Als die Leser des Musikmagazins «Billboard» Ende vergangenen Jahres abstimmen sollten, welches das wichtigste Album des Jahres 2012 werden würde, stimmten satte 42 Prozent für «MDNA» - mehr als für die beiden nächstplatzierten zusammen. Ihr extravaganter Auftritt beim Super Bowl, der nordamerikanischen Football-Meisterschaft, Anfang Februar tat ein Übriges.

Spezial-Effekte, verfremdete Stimme, Electro-Beats. Zumindest musikalisch ist «MDNA» keine Überraschung. Wie schon bei «Hard Candy» (2008) und «Confessions On A Dancefloor» (2005) kämen auch Madonnas neuste Machwerke wohl am besten im Scheinwerferlicht durchgestylter Electro-Clubs zu Geltung.

«I need to dance» singt Madonna dann auch in dem Song, von dem man sich erzählt, dass er «I'm Addicted» heißen wird. Wie eine Platte, die einen Sprung hat, wiederholt sie darin die Buchstabenkombination «MDNA», den Titel des Albums.

Aber wofür steht der eigentlich? Ist «MDNA» schlicht die Abkürzung für Madonna? Oder gar für Madonna-DNA? Das Musikmagazin «Rolling Stone» beschreibt «MDNA» nicht umsonst als «Blick ins Innere» der Musikerin. Nie zuvor habe Madonna ihre Gefühle «dermaßen explizit» zur Schau gestellt, schreibt das Fachblatt.

Überhaupt findet sich auf der neuen Platte gewissermaßen ein Stück Madonna-DNA: Zwischen all den Disco-Klängen kehrt Madonna kurz zurück zu den Anfängen: Track 9 («I'm A Sinner») ist streckenweise mit der Melodie von «Ray Of Light» unterlegt.

Bei Universal Music in Berlin vermutet man hinter «MDNA» auch eine Referenz an die Droge Ecstasy, auch bekannt als MDMA. Madonnas Musik als Partydroge der feierwütigen Musikgemeinde - eine Vorstellung, die der «Queen of Pop» gefallen dürfte.

Autor
Antonia Lange und Chris Melzer, dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    22. März 2012, 19:33 Uhr
    Aktualisiert:
    23. März 2012, 16:30 Uhr
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