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Auto und Verkehr
06.04.2010 10:26 Uhr
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Ein himmlischer Japaner: 40 Jahre Toyota Celica

Tahara Fragt man Freunde klassischer Autos nach ihren Traumwagen, sind Modelle aus Japan fast nie dabei. Denn früher schufen die Autobauer aus Fernost überwiegend Gesichtsloses. In dieser Masse gehen die Klassiker unter - etwa die Celica von Toyota.Von Heiko Haupt, dpa

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Ein wahrer Dauerläufer: Die erste Celica hatte 1970 Premiere, die letzte lief 2005 vom Band. Das Modell im Bild hat das Baujahr 1985. (Bild: Toyota/dpa/tmn) 

Ihre Premiere feierte sie vor 40 Jahren auf der Autoshow in Tokio. In den Entwickler-Köpfen war die Idee aber schon länger präsent. Im Jahr 1967 hatte Toyota erstmals international mit einem echten Sportwagen aufhorchen lassen: Der 2000 GT wurde durch seinen Auftritt im Film «Man lebt nur zweimal» berühmt. Zu großer Verbreitung auf den Straßen brachte er es nicht - nur 337 Exemplare sollen gebaut worden sein.

Kein Wunder, dass Pläne für einen billigeren Sportler aufkamen. Auf ihn wies 1969 die Studie EX-1 hin - auffälligstes Merkmal des Zweitürers: ein Spoiler auf dem Dach. Weniger auffällig erschien die Front. Dabei lässt sie sich aus heutiger Sicht als deutlicher Hinweis auf das Design des kommenden Volks-Sportlers von Toyota werten.

Die Zeit, in der Toyota die Celica herausbrachte, war ohnehin die Ära der erschwinglichen Sportwagen. Legenden wie der Ford Capri oder der Opel Manta waren damals erfolgreich. In den USA feierte der Mustang seit 1964 seine Erfolge.

Bei Toyota schien man auf die eigene Interpretation stolz zu sein - was sich im Namen ausdrückte: Celica ist abgeleitet vom spanischen celestial für himmlisch. Die technische Basis war weniger abgehoben. Weder setzte man auf den Sechszylinder des 2000 GT, noch ließ man sich gänzlich Neues einfallen. Was in Tahara von den Bändern lief, hatte seine Wurzeln in der alltäglichen Toyota-Limousine Carina.

Wie Opel beim Manta setzte Toyota bei der Celica vor allem aufs Design. Und das ist gelungen. Besonders markant ist die Front mit den Doppelscheinwerfern im leicht zurückgesetzt montierten Kühlergrill. Als Karosserie gab es zunächst eine angedeutete Stufenheck-Form. Erst später kam eine «Liftback»-Version mit gestrecktem Coupé-Heck.

Die ersten Celica kamen 1971 nach Deutschland und beeindruckten auch durch ihre Ausstattung. Planten europäische Hersteller bei den Basisversionen nach dem Prinzip der Cola-Dose (nichts drin, nichts dran), gab es hier ab Werk ein Fünfganggetriebe und Scheibenbremsen. Auch ein Radio war serienmäßig an Bord.

Im Motorraum aber gab es Standardware: Vierzylinder mit Vergaser, die eine überschaubare Menge an PS produzierten. Beim 1,6 Liter waren es 86. Mehr leistete ab 1973 das Modell GT mit 108 PS - genug, um aus dem Stand in gut zehn Sekunden auf Tempo 100 zu beschleunigen.

Bei der TA 22 genannten ersten Generation sollte es nicht bleiben - wie immer, wenn ein Modell halbwegs erfolgreich ist. Das war die Celica vor allem in Japan und in den USA. Generation zwei kam 1976. Die Unterschiede der TA 23 zum Ur-Modell erkannten wohl nur Kenner: Toyota blieb grundsätzlich der Designlinie treu.

Bei genauerem Hinsehen wurde etwa deutlich, dass der neue länger und breiter geworden war. Zudem waren bis zu 88 kW/120 PS möglich. Auch als schon 1978 die nächste Generation bereitstand, war die Designsprache der Ur-Celica immer noch deutlich zu erkennen.

Doch bei Autos gibt es typische Entwicklungen - und eine ist, ein Erfolgskonzept nach und nach zu verwässern. Die Celica ist da keine Ausnahme. Sie war zwar immer bei den Sportlern einzuordnen, doch ihre Firmensprache verlor sich zusehends. So war sie später mal rund, mal eckig, hatte mal Klappscheinwerfer oder vier runden Lampen und wurde schwerer und teurer. 1999 versuchte es Toyota in Generation sieben nochmal mit viel Sportlichkeit. Doch die Zeit der Celica war vorbei, 2005 wurde die letze gebaut. Da war die erste schon ein Klassiker.

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