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Berlin (dpa/tmn) Mit Online-Spielen wie «Farmville» vertreiben sich Millionen die Zeit. Obwohl viele der Titel kaum etwas kosten, lässt sich aufgrund der Masse der Spieler viel Geld damit verdienen. Wer in der Branche anfängt, hat gute Zukunftsaussichten.
Die Computerspielbranche in Deutschland boomt. Wer als Programmierer, Designer oder Produzent arbeiten möchte, hat gute Berufsaussichten. Foto: Games Academy (Foto: dpa)
Das Computerspiel, das Marvin Augenstein und seine Kollegen im zweiten Semester ihres Studiums entwickelt haben, heißt «Neodrome». Beim Deutschen Entwicklerpreis für Computerspiele hat es den zweiten Platz in der Rubrik Newcomer Award belegt. «Damit hätten wir nie gerechnet, dass es so gut ankommt», so Augenstein.
Augenstein, 24, studiert an der Privatschule Games Academy in Berlin im mittlerweile dritten Semester Game Production. Wenn er seine Ausbildung nach dem kommenden Semester abgeschlossen hat, würde er gern als Spieleproduzent bei einer Computerspielefirma einsteigen. Ähnlich wie Filmproduzenten behalten Game Producer bei der Produktion den Überblick und sorgen dafür, dass Abgaben und Budgets eingehalten werden.
Die Chancen auf einen Job nach seiner Ausbildung sind gut. Denn die Computerspielbranche in Deutschland boomt. «Das ist eine der wachsenden Medienbranchen», sagt Gunther Rehfeld, Professor für Games, Grafik und Digitale Bildbearbeitung an der Universität Hamburg.
Und gutes Personal ist rar. «Es besteht ein hoher Bedarf an Fachkräften», sagt Birgit Roth vom Bundesverband der Entwickler von Computerspielen (G.A.M.E.). Und Gitta Blatt, die Personalleiterin von Wooga, einem der wichtigsten Anbieter von Internetspielen in Deutschland, ergänzt: «Es ist sehr, sehr schwer, gute Leute zu finden.»
Birgit Roth von G.A.M.E. schätzt, dass zurzeit circa 900 Stellen in der Computerspielebranche in Deutschland unbesetzt sind. Insgesamt geht sie davon aus, dass in der Branche zwischen 12 000 und 15 000 Mitarbeiter fest angestellt sind. Dazu kämen viele Freie.
Dabei gehe der Trend weg von Konsolenspielen wie für die Playstation und hin zu Internetspielen, sagt Prof. Rehfeld. Darüber hinaus gebe es Bedarf an Fachkräften im Bereich der «Serious Games». Das sind etwa Spiele, mit denen die Feuerwehr Einsätze trainiert oder das Militär Kriegseinsätze.
Augenstein hat sich für die Computerspielebranche entschieden, weil er aus seinem Hobby einen Beruf machen wollte. «Ich bin mit Spielen groß geworden. Da dachte ich mir, es wäre ein Traum, das beruflich zu machen.»
Die fachlichen Qualifikationen sind je nach Fachrichtung unterschiedlich. Während die Programmierer sich vor allem mit Informatik auskennen müssten, seien bei den Artists mehr künstlerische Fähigkeiten gefragt. Produzenten wie Augenstein bräuchten dagegen eher ein Verständnis für Betriebswirtschaftslehre und Personalführung, erklärt Annika Knipp von der Games Academy.
Die Berufsaussichten hängen von der Fachrichtung ab. Während Programmierer händeringend gesucht werden, konkurrierten die Game Artists zum Beispiel mit Illustratoren und Kommunikationsdesignern.
Wer in die Computerspielbranche möchte, kann zwischen verschiedenen Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten wählen. Eine gute Möglichkeit sei, erst einmal einen Bachelor in Informatik oder Design zu machen, sagt Prof. Gunther Rehfeld aus Hamburg. Später könne man sich dann mit einem Master etwa in Hamburg in «Zeitabhängige Medien - Sound-Vision/Games» spezialisieren. Eine andere Möglichkeit ist, gleich mit einem Bachelor «Game Design» einzusteigen, wie er etwa an der HTW Berlin angeboten wird. Daneben gibt es kostenpflichtige Angebote von privaten Anbietern wie der Games Academy in Berlin. Die Kosten für die Schule sind jedoch relativ hoch. Sie liegen bei einer zwei Semester langen Ausbildung bei 10 000 Euro.

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