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16.04.2012 09:25 Uhr
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Wie werde ich...? Industrieelektriker

Bonn (dpa/tmn) Wer Industrieelektriker lernt, muss nur zwei Jahre in die Lehre gehen. Denn die Ausbildung ist verkürzt. Bei der Bewerbung haben auch Hauptschüler eine gute Chance. Von Vorteil sind gute Noten in Mathe und Deutsch.Von Aliki Nassoufis, dpa

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Ein junger Beruf: Die Ausbildung zum Industrieelektriker gibt es erst seit wenigen Jahren. Foto: Martin Schutt (Foto: dpa)

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Mit einem Hauptschulabschluss einen Ausbildungsplatz zu finden, ist für viele gar nicht so einfach. Oft haben Realschüler oder Abiturienten bessere Karten. Damit auch andere Schüler Chancen haben, gibt es vermehrt kürzere Ausbildungen. Sehr beliebt ist etwa die zum Industrieelektriker.

«Der Beruf ist relativ neu», erklärt Dietmar Niedziella, Ausbildungsexperte für technische Berufe beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag in Berlin. Er sei erst vor rund vier Jahren entwickelt worden, weil zahlreiche Betriebe in diesem Bereich Bedarf angemeldet hätten. Seitdem gibt es bundesweit die Möglichkeit, sich innerhalb von zwei Jahren zum Industrieelektriker ausbilden zu lassen.

«Es gibt ja viele drei- oder dreieinhalbjährige Ausbildungen, auch im Bereich der Elektronik und Elektrotechnik», sagt Niedziella. Für den neuen Abschluss zum Industrieelektriker seien jedoch - grob gesehen - inhaltlich die ersten zwei Jahre aus diesen längeren Ausbildungen herausgeschnitten worden. «Das bedeutet, dass man als Industrieelektriker nicht so spezialisiert ausgebildet ist wie andere nach drei oder dreieinhalb Jahren. Dafür ist man früher fertig und kann schneller in den Beruf gehen.»

Die Ausbildung ist besonders für Hauptschulabsolventen gedacht, wie Harald Schenk von der Abteilung für Aus- und Weiterbildung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in Bonn berichtet.

Was aber machen Industrieelektriker? Sie bearbeiten, montieren und verbinden mechanische Komponenten und Betriebsmittel, erklärt die Bundesagentur für Arbeit. Außerdem analysieren sie elektrische Systeme und prüfen deren Funktionen. In der Praxis heißt das: Industrieelektriker können in ziemlich unterschiedlichen Gebieten arbeiten. Sie können in Gebäuden Elektroleitungen verlegen, Haushaltsgeräte herstellen, Schaltschränke montieren und Produktionsanlagen bedienen.

Das spiegelt sich auch in der Ausbildung wieder. «Es handelt sich um eine duale Ausbildung, bei der man in die Berufsschule geht und in einem Betrieb praktisch lernt», berichtet Schenk. In der Schule stünden zum Beispiel theoretische Grundlagen der Elektrotechnik, die Unterschiede zwischen Gleich- und Wechselstrom und verschiedene Verlegetechniken für Kabel auf dem Programm.

In der Praxis lerne man, wie man Messgeräte bedient, Leitungen verlegt und Schaltsysteme und Geräte zusammenbaut, erklärt der Diplom-Ingenieur der Elektrotechnik. Bei all dem müsse man auch die elektrischen Sicherheitsbestimmungen berücksichtigen, wie später im Beruf. Hinzu kämen zwei Fachrichtungen, auf die sich Auszubildende spezialisieren, nämlich in der Betriebstechnik oder dem Bereich Geräte und Systeme.

Industrieelektriker bekommen im ersten Ausbildungsjahr nach Angaben der BA zwischen 755 bis 840 Euro. Im zweiten Jahr können Lehrlinge mit einer Vergütung zwischen 821 und 866 Euro rechnen. Nach der Ausbildung kommen Industrieelektriker auf 2395 bis 2516 Euro pro Monat.

Laut einer Erhebung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages werden die zweijährigen Ausbildungen immer beliebter. Demnach schlossen die Unternehmen im Jahr 2011 mit 26 000 Lehrlingen einen Vertrag über eine zweijährige Ausbildung ab. Im Vergleich zum Jahr 2010 ist das ein Plus von 12 Prozent. Besonders gut schnitt der Industrieelektriker ab: Die Anzahl der Verträge verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr sogar.

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