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DÜSSELDORF Ein tolles Brautkleid muss nicht aussehen wie ein Zucker-Baiser. Die Braut 2012 punktet mit figurbetonten Schnitten, dezenten Stickereien und einem Hauch Spitze.
Kate Middletons Schwester Pippa hat es berühmt gemacht: Das Nixen-Kleid verläuft hauteng bis etwa zum Knie. (Foto: dpa)
Doch wirkliche Trendsetter sind die royalen Bräute nicht, finden Experten. «Man sieht derzeit viele Spitzenelemente - verstärkt natürlich seit dem Hochzeitskleid von Kate Middleton», berichtet Susanne Sixtus, Brautkleiderdesignerin und Mitglied im Verband deutscher Mode- und Textildesigner aus Düsseldorf. «Aber auch schon lange davor lag das im Trend, und sie ist mit dem Trend gegangen.»
Abgeguckt: Heiraten im Stil der Royals
Und so sieht man in dieser Saison weiterhin viel Spitze in den Katalogen der Hersteller. Designerin Sixtus rät besonders zu Modellen, die mit einzelnen Spitzenelementen punkten. Cymbeline hat beispielsweise so ein Kleid mit tiefem Ausschnitt am Rücken, darüber liegt transparente Spitze. Bei einem anderen Modell wird gar eine Art durchsichtige Bluse über dem Kleid getragen. Kisui zeigt ein Kleid mit nur einem Ärmel aus dicht bestickter Spitze, bei einem anderen sind die Ärmel nur hauchzart sichtbar. Und Linea Raffaeli hat ein komplett mit Spitzenstoff überzogenes Nixenkleid.
Märchenhafte Kleider ohne Kitsch
Doch obwohl die neuen Prinzessinnen modisch mit dem Strom schwammen, haben sie mit ihren erwachsenen Kleidern ein neues Bild der perfekten Braut gezeichnet. «Kate Middleton wirkte sehr zart und märchenhaft in ihrem Kleid, ohne dass es kitschig oder überladen gewesen wäre - eine moderne Prinzessin, hat also genau das ausgedrückt, was sie ist», beschreibt Stilberaterin Silke Gerloff aus Frankfurt. Das Kleid der früheren Charlène Wittstock habe durch die schlichte Eleganz des Stoffes edel gewirkt. «Das war sehr erwachsen, was dem Leben der Trägerin ebenfalls entspricht», sagt Gerloff.
Wichtige Kriterien für die Kleiderwahl
Die Modeexpertin zieht daraus als Fazit: Die beiden Vorbilder hatten ihr eigenen Selbstverständnis und ihre Rolle in ihrem Kleid genau richtig ausgedrückt. Das sollte auch die Braut 2012 tun: Der eigene Geschmack, die eigene Wahrnehmung, aber auch das Alter sollten Kriterien bei der Kleidwahl sein. Und auch die Figur.
Die Kleider von Kate und Charlene betonten die zarten Figuren der Bräute - was aber nichts für jede Braut ist: Tragen dürften das schlanke Frauen, aber nicht Dünne, betont Gerloff. Kurvige Frauen sollten auf eine schöne, formgebende Kontur durch einen festeren Stoff achten und das Kleid nicht zu eng kaufen.
Überflüssige Pfunde geschickt verstecken
Ausladende Kleider sollten Frauen tragen, die ein paar Pfunde verbergen wollen, empfiehlt Modeberater Andreas Rose aus Frankfurt. «Ein richtiges Ballkleid ist bei breiten Hüften gut. Beim Empirekleid sitzt die Taille ziemlich hoch, und es fällt vorne in Falten runter, da kann man etwas verdecken.» Auch hier haben die Hersteller eine Auswahl: Kleemeier hat ein trägerloses Kleid, das ab der Hüfte weiter wird. Weise hat ein ähnliches Modell mit aufwendigeren, farbigen Applikationen, die sich auch im Schleier wiederfinden.
Auch das Brautjungfernkleid von Kates Schwester Pippa findet man: Das Nixen- oder Meerjungfrauen-Modell bezeichnet der Hersteller Weise als «New Look». Der Schnitt verläuft hier hautnah bis zum Knie, von wo aus er weit ausgestellt ausläuft. «Das ist aber nur etwas für schlank und androgyne Frauen», betont Rose. Cymbeline verstärkt diese Silhouette gar mit einer großen Schleife unterhalb der Hüfte. Lohrengel ein Model mit einer einzigen Blütenranke von der Schulter zum Boden.
In den Geschäften gibt es selten jedes Kleid in jeder Größe - und das ausgewählte Modell kann meistens auch nicht direkt mitgenommen werden. «Manches Kleid muss erst noch produziert werden. Daher sollte man schon ein gutes halbes Jahr vorher zum Aussuchen gehen», rät die Brautmodendesignerin Susanne Sixtus aus Düsseldorf. Wer sich ein Kleid eigens entwerfen und nähen lässt, sollte sich beim Designer frühzeitig nach dem besten Zeitpunkt erkundigen. Aus ihrer Erfahrung berichtet Sixtus, dass im Winter hier oftmals weniger Andrang herrsche.
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