Elberadweg – Sandstein, Winzer, Residenzen
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Ramsau (dpa/tmn) Die Touristenmassen besuchen den Königssee. Am wenige Kilometer entfernten Hintersee fahren die meisten Urlauber nur vorbei. Deshalb herrscht hier kaum Trubel. Dafür gibt es Natur pur - und ganz besondere Steine.
Verstecktes Idyll: Die Touristenmassen besuchen den Königssee. Am wenige Kilometer entfernten Hintersee fahren die meisten Urlauber nur vorbei. Foto: BGLT/Tom Lamm (Foto: dpa)
Diese Ruhe! Warum rennt nur alle Welt an den Königssee und läuft vor lauter Leuten und Souvenirständen an den wirklichen Schätzen im Berchtesgadener Land vorbei? Am Hintersee zum Beispiel. Hier herrscht einfach nur Ruhe. Der kleine, malerische See im Nationalpark Berchtesgaden, dessen Temperatur auch im Sommer kaum einmal über 16 Grad steigt und der im Winter fast zuverlässig zufriert, ist das Ziel für Individualisten geblieben.
Die schönste Wanderstrecke führt von der Neuhausenbrücke in Ramsau auf den Malerweg entlang der Ache mit zum Teil schneeweißen Bergsturztrümmern, die rechts, links und im Wasser liegen. Das längst umwucherte Felsengeröll ist wie der See nach der Eiszeit entstanden, als vor etwa 4000 Jahren die unvorstellbare Menge von 15 Millionen Kubikmeter Gestein vom Hochkalter herabdonnerte.
Dem Zauber des Ensembles aus Wald und hingekullerten Felsen, durch das sich das frischgrüne Wasser plätschernd seinen Weg in den Hintersee bahnt, sind zwischen 1920 und 1930 auch Touristiker erlegen. Sie nannten es Zauberwald.
Die wackeren Heimatwerber waren nicht die einzigen, bei denen die Naturmystik einen seelischen Überschwang auslösten. Carl Rottmann (1797-1850), Maler im Umfeld von Bayerns König Ludwig I., zog es im 19. Jahrhundert öfter an das stille Gewässer zwischen den hoch aufragenden Felsen. Der damals berühmte Landschaftsmaler quartierte sich in einen Gasthof ein, der am kleinen historischen Salzhandelsweg zwischen Berchtesgaden und dem österreichischen Pinzgau lag. Bald wurde der Gasthof Auzinger eine Malerherberge, in der sich Europas romantische Landschaftsmaler trafen: Ferdinand Georg Waldmüller, Wilhelm Busch, Hubert von Herkomer, Carl Spitzweg.
Heute ist das traditionsreiche Ausflugsziel vor allem bekannt als Lokal mit aromatisch-saftigem Schweinsbraten und hervorragendem Käsekuchen. Die Wirtsleute selber sind vor allem stolz darauf, dass Monsignore Georg Gänswein hier weilte. Fotos im Flur zeigen den als Freund guten Essens bekannten Privatsekretär des Papstes im Gasthof.
Am Nordufer des Sees hat der Malerweg seinen Höhepunkt. In der Ferne bilden der Hochkalter, der Watzmann und der Hohe Göll den schroffen Hintergrund und verdoppeln sich spiegelnd im See.
Davor grasen Kühe, wo sie wollen, ohne von störenden Zäunen behindert zu werden. Angler warten geduldig am Ufer auf Forellen und Saiblinge, oder werfen die Angel vom Elektroboot in der Mitte des mehr als 16 Hektar großen Sees aus. Staffeleien mit Reproduktionen stehen an den Stellen, an denen die Künstler in der freien Natur gemalt haben und laden dazu ein, Perspektive, malerischen Realismus und individuelle künstlerische Freiheit am lebenden Modell zu studieren.
Informationen:
Berchtesgadener Land Tourismus, Bahnhofplatz 4, 83471 Berchtesgaden, Telefon: 08652/65 65 00, E-Mail: info@berchtesgadener-land.com
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