Jeanette in den USA: Wie man (beinahe) Weihnachten vergisst
DORSTEN Wie man über jede Menge Wettkämpfe, einen Besuch in New York City und sein Studium beinahe die Adventszeit vergisst, erzählt Schwimmerin Jeanette Dietrich in der neuesten Folge ihres Internet-Blogs über ihr Studium an der St. Bonaventure University in Buffalo im US-Bundesstaat New York.
Jeanette genießt Thanksgiving bei Käse und Rotwein. (Foto: Privat)
Seit meinem letzten Bericht ist so einiges passiert. Wir hatten einige Wettkämpfe, viele davon waren auswärts. So haben wir uns Mitte November auf die achtstündige Busfahrt nach Lensing in Michigan gemacht. Donnerstags ging es los und Freitag wurde dann geschwommen.
Unglücklicherweise hatte ich mit einer Grippe zu kämpfen und meine Stimme hatte sich ebenfalls verabschiedet. Dennoch verlief der Wettkampf erstaunlich gut und wir konnten uns gegen Michigan State beweisen. Vor allem in der 4x100m-Kraulstaffel überzeugten Ivanna, Lanae, Rachel und ich und schwammen eine sehr gute Zeit. Zur Belohnung durften wir uns dann am Samstag in der Shopping Mall austoben bevor es zurück nach St.Bonaventure ging.
Thanksgiving-Break
Etwa eine Woche später stand dann die wohlverdiente und dringend benötigte „Thanksgiving Break“ an. Fünf Tage frei, also weder Uni noch Training. Gemeinsam mit meiner Freundin Paige sind wir zu ihrem Vater nach Washingtonville, N.Y. gefahren, einer kleinen Stadt etwa eine Stunde von New York City entfernt.
Es war ein sehr schönes Thanksgiving und Paiges Familie hat mich herzlichst aufgenommen und mir das Gefühl gegeben, zur Familie zu gehören.
Neben dem üppigen Thanksgiving-Essen standen noch etliche Tischtennisturniere und gemütliche Stunden vorm Fernseher auf dem Programm. Am Samstag haben Paige und Ich uns dann auf den Weg in die City gemacht. Nach meinem Ausflug nach New York City im Frühling bin ich ein absoluter NYC-Fan. Daher war es nicht überraschend, dass wir eine super Zeit hatten.
Protest auf der Wall Street
Eine Freundin von mir aus Freiburg, die in Conneticut studiert ist auch noch spontan vorbeigekommen und gemeinsam mit zwei weiteren Uni-Freunden haben wir die Wall Street belagert, um gegen Diskriminierung zu demonstrieren. Unter dem Motto „Wir alle sind die 99%“ wurden wir also Teil amerikanischer Geschichte, bevor wir uns dann wieder den Geschäften gewidmet haben.
Zurück an der Uni stand eine weitere kurze Woche bevor, denn Donnerstag hieß es schon wieder: Auf zum Wettkampf.
Diesmal ging die Reise ins vier Stunde entfernte Akron. Während die meisten unser Wettkämpfe nur zwischen zwei Teams sind, ist der Wettkampf in Akron ein Einladungsschwimmfest an dem insgesamt 15 Teams teilgenommen haben.
Morgens werden die Vorläufe und Nachmittags die Finals geschwommen. Alles in allem lief der Wettkampf ganz gut. Ich konnte meine guten Zeiten aus Michigan über 50 yards und 100 yards Kraul bestätigen und schwamm eine Saisonbestzeit über die 200 yards. Es war allerdings ein sehr anstrengender Wettkampf und wir alle waren froh, Sonntag Nacht zurück an der Uni zu sein.
Berge von Hausaufgaben
Aufgrund der ganzen Wettkämpfe habe ich allerdings vollkommen vergessen, dass es schon Dezember ist, und war etwas verwundert, als meine Mama mir einen frohen ersten Advent gewünscht hat. Auch Nikolaus und Knecht Ruprecht haben dieses Jahr nicht bei mir vorbei geschaut. Stattdessen hat mich der Dezember mit Bergen von Hausaufgaben bereichert.
Zudem sollte ich anfangen meine Nase in meine Bücher zu stecken, denn das Semester ist schon wieder so gut wie vorbei. Nächste Woche haben wir noch Abschlussklausuren, dann noch eine Woche Training in St. Bonaventure und dann heißt es für mich auch schon: Auf nach Florida - drei Wochen Sonne, Strand und Meer.
Ich freue mich schon riesig, besonders weil ich die Weihnachtstage mit meiner guten Freundin Julie verbringen werde. Julie und ich schwimmen gemeinsam in Essen und studieren nun beide in Amerika; da dachten wir uns, dass ein deutsches Weihnachten genau das richtige ist.
Let's go to Miami
In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine wunderschöne und besinnliche Weihnachtszeit. Genießt die Weihnachtsmärkte, Glühwein, Spritzgebäck und Lebkuchen und ich denke an euch, wenn ich Heiligabend am Strand von Miami liege.














