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Christoph May und Hütehund Fly trieben ihre Herde von Wischlingen nach Oespel. (Foto: Holger Bergmann)
Minus zehn Grad steht auf dem Thermometer, doch der Wind, der über die Wiesen an der Brennaborstraße weht, fühlt sich an wie minus 20 Grad. Doch Schäfer Christoph May spürt die Kälte nicht: „Thermowäsche“, raunzt er dem Eiswetter eins.
Der Kalender nimmt keine Rücksicht auf das Wetter, und auf dem Kalender steht, dass die Schafe jetzt raus müssen auf die Weiden. „Die sind froh, dass sie aus dem Stall raus sind“, ist sich May sicher.
Fressen für zwei
Tatsächlich zeigen die rund 200 Schafe keine Anstalten, dem beißenden Wind aus dem Weg zu gehen. „Die Schafe haben auch Thermo-Wäsche“, schmunzelt May und meint das dichte Fell, das erst im Mai wieder geschoren wird.
Und er hat recht: Zwei große Büsche könnten Windschutz bieten, doch dort ist kein Gras, und nur daran scheinen die Schafe zu denken. Kein Wunder, denn die Schafe fressen für zwei: „Die Lämmer kommen im April“, verkündet May. Alle Schafe, die in Oespel stehen, sind trächtig.
Landschaftspflege
Was die Schafe nicht wissen, was ihnen vermutlich auch egal ist: Sie sind nicht aus Zufall an der Brennabor-straße. „Das ist Landschaftspflege“, erklärt Christoph May. So verkommen wertvolle Grundstücke der Stadt Dortmund nicht zu Heide-Landschaften, sondern die Anmutung von grünen Wiesen bleibt erhalten.
Am Wochenende trieben Christoph May und Hütehund Fly die Schafe aus Wischlingen über die Planetenfeldstraße nach Oespel. „Sonntage sind dafür die besten Tage“, so May.
Neun Schutzhunde
Rund eine Woche haben die Schafe jetzt Zeit, um die Wiese zu „pflegen“. In dieser Zeit wird May die Herde nur morgens besuchen. Um die Hunde zu füttern. Die Herde wird von neun Schutzhunden bewacht.
„Die sind lammfromm, wenn sie unter Schafen sind“, so May. „Aber wenn ein Fremder über den Zaun klettert...“, den Rest erklärt er mit einem vielsagenden Lächeln.
In einer Woche, am Donnerstag, geht es weiter zum Uni-Gelände. Und erst, wenn die Schafe dort ihre Fress-Arbeit erledigt haben, geht es für sie wieder heimwärts. Ihr Zuhause ist in Soest. Den Weg gehen sie nicht zu Fuß, sie werden gefahren in einem großen Transporter.