Ausstellung Frauenfußball: Das zarte, kickende Geschlecht
HALTERN Als Fan des Frauenfußballs outete sich Sparkassen-Vorstand Helmut Kanter. Und tat gut daran. Denn er war umzingelt von Anhängern des inzwischen beliebtesten Frauen-Teamsports, als Bürgermeister Bodo Klimpel die Ausstellung des Deutschen Fußballbundes "Verlacht-verboten-gefeiert" in der Stadtsparkasse eröffnete.
Verlacht, verboten, gefeiert - heißt die Ausstellung des Deutschen Fußballbundes, die derzeit in der Stadtsparkasse zu sehen ist. SuS Concordia Flaesheim gibt ihr Lokalkolorit. Zur Eröffnung am Mittwochabend kamen viele Frauenfußball-Fans. (Foto: Schrief)
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Diese Ausstellung beleuchtet Geschichte, Probleme und Perspektiven des Frauen- und Mädchenfußballs in Deutschland. Lokalkolorit gibt ihr der Flaesheimer Sportverein SuS Concordia: Er "erzählt" in Wort und Bild von der Entwicklung des Flaesheimer Frauenfußballs. Darf das weibliche Geschlecht überhaupt Fußball spielen? "Diese Frage ist zum Glück Geschichte", sagte Bürgermeister Bodo Klimpel in seiner Eröffnungsrede. Die Sportlerinnen hätten auf lokaler, nationaler und internationaler Bühne einiges geleistet, um Vorurteile zu beseitigen.
"Keine Randerscheinung"
Dabei erinnerte Klimpel nicht nur an die Europa- und Weltmeistertitel der DFB-Frauen, sondern auch an die Erfolge der Flaesheimerinnen. Bundesweit bekannt wurden sie beim DFB-Pokalfinale in Berlin. Inzwischen gebe es über 20 Millionen Fußballerinnen weltweit: "Frauenfußball ist keine Randerscheinung mehr." Brigitte Komsthöft, Mädchenbeauftragte des Kreises Recklinghausen, erklärte den Unterschied auf dem Rasenplatz: "Männer setzen Kraft ein, Frauen dagegen Technik und Taktik mit gezielter Kombination und Raffinesse." Sie beleuchtete vor allem die Entwicklung der SuS Concordia-Abteilung. Aktuell zeige die Erfolgskurve eine leichte Delle, aber das werde sich wieder ändern. Der Zulauf sei groß, die Atmosphäre in der Abteilung sehr familiär.
Frauenfußball boomt
Frauenfußball boomt, allein beim DFB kicken rund 850 000 Mädchen und Frauen. Aber die Geschichte des Frauenfußballs ist auch eine Verbotsgeschichte, eine Geschichte des Kampfes gegen Vorurteile und Bevormundungen. Erst 1970 wurde das 1920 verhängte Spielverbot für Frauen durch den DFB aufgehoben. Die DFB-Ausstellung in der Stadtsparkasse dokumentiert die Anfänge in Schottland zu Beginn des 20. Jahrhunderts und die Jahre danach. Brigitte Komsthöft: "Sie ist ein schönes Beispiel dafür, wie sich Frauenfußball weltweit, auch in Haltern, aus dem Ei gepellt hat."
















