Franz-Martin Neudeck im Gespräch: Die "Haltern-Schule" im Kongo ist fertig
HALTERN Die Kinder halfen fleißig beim Tragen der Schulbänke und jubelten, als der Direktor ihnen endlich die Erlaubnis gab, ihre neuen Klassenräume zu betreten. Die Haltern-Schule im Kongo ist fertig!
Die Haltern-Schule im Kongo ist fertig. (Foto: privat)
Innerhalb von 21 Monaten haben Sie Ihre Ziele verwirklichen können. Haben Sie damit gerechnet?
Unser Anliegen, eine Schule in Kamituga zu bauen, hat trotz der vielen anderen Hilfsprojekte in Haltern eine überwältigende Resonanz gefunden. Wir haben das Projekt ständig wachsen sehen und hatten doch eher damit gerechnet, mindestens vier Jahre bis zum Spatenstich warten zu müssen. Wir sind sehr dankbar für die schnelle Unterstützung. Ein Viertel der Summe ist allein von Schülern gesammelt worden. Das allein ist überwältigend.
Wo werden Sie das Geld überreichen – im Kongo oder in Haltern?
Am 26. Februar beim Benefizkonzert im Rathaus wird Bürgermeister Bodo Klimpel symbolisch den Scheck an Vertreter der Grünhelme-Organisation überreichen. Rupert Neudeck kann leider nicht kommen, er ist in Afghanistan unterwegs. Natürlich ist das Geld bereits überwiesen, sonst wäre die Schule ja noch nicht fertig. Nach wie vor planen wir, in den Kongo zur offiziellen Einweihung zu reisen. Selbstverständlich auf eigene Kosten! Diese Reise ist mit großen Strapazen verbunden. Wir müssen deshalb sorgfältig planen.
Obwohl die Schule fertig ist, bereiten Sie zwei weitere Aktionen vor. Wofür brauchen Sie noch Geld?
Von dem Erlös des Benefizkonzertes werden Restarbeiten und Lehrmaterial bezahlt. Die Kinder, die in der Haltern-Schule unterrichtet werden, sind arm. Sie haben weder Geld für Bücher noch für Papier und Stifte. Am 29. Februar dürfen wir von 15 Uhr an eine halbe Stunde lang im dm-Markt an der Kasse sitzen. Alles, was wir in dieser Zeit über den Scanner ziehen, fließt in das Kongo-Projekt. Von diesem Geld wird eine Schulbibliothek eingerichtet. Dass die Drogeriekette unserem Projekt so viel Wertschätzung entgegenbringt, erfüllt uns mit besonderem Stolz.
Wissen die Kinder in Kamituga denn überhaupt etwas mit dem Namen Haltern anzufangen?
An der Schule wird ein Emaille-Schild mit dem Namen „Haltern-Schule“ angebracht. Und natürlich wird den Kindern auch von der Aktion und den Menschen in der kleinen deutschen Stadt erzählt. Die größte Anerkennung hat der Ministerpräsident von Süd-Kivu, Jean-Claude Kibala, gezeigt, indem er Haltern und die Martin-Luther-Schule besuchte.
Die Haltern-Schule ist nur ein Teil eines großen Grünhelme-Projektes?
Ja, die Haltern-Schule mit vier Klassenräumen für je 55 Schüler ist das erste Gebäude eines der größten Grünhelme-Projekte. Es werden vier weitere Gebäude folgen, so dass insgesamt 1000 Schüler unterrichtet werden können. Die Schule befindet sich in Trägerschaft der Katholischen Kirche, der Staat verpflichtete sich zur Übernahme der laufenden Kosten.
Was machen Sie künftig außerhalb der Doppelkopf-Runden?
Wie wir unsere Aktivitäten fortsetzen? Schau’n wir mal. Auf jeden Fall sind wir durch diese Arbeit von guten zu noch besseren Freunden geworden.



















