Wallfahrtsort Haltern: Die Meinungen zur Sonntagsöffnung sind zwiegespalten
HALTERN Die Innenstadt ist voller Menschen, auf den Parkplätzen rundum geht nichts mehr: Auch bei eisigen Temperaturen ist der verkaufsoffene Sonntag in Haltern ein Publikumsmagnet.
Der verkaufsoffene Sonntag in Haltern ist immer ein Magnet - an heißen Sommertagen ebenso wie bei klirrender Kälte. (Foto: Silvia Wiethoff)
Zwiegespalten sind am Sonntag die Menschen auf der Rekumer Straße, denn obwohl sie selbst zum Shoppen nach Haltern gekommen sind – aus Städten der gesamten Region –, betrachten sie den Sonntagsverkauf von zwei Seiten. Der Halterner Hans-Jürgen Suchowski ist mit seiner Frau Anita noch nie sonntags zum Bummeln in der Innenstadt von Haltern gewesen.

„Wenn wir sonntags nicht mehr einkaufen können, gehen wir eben samstags“, meint ein Wulfener. Ein Paar aus Herne, das nach Haltern ziehen will, erklärt: „Aus Arbeitnehmersicht muss der Sonntag nicht sein. Wir ziehen auch nach Haltern, wenn die Geschäfte am Sonntag geschlossen sind.“ Trotzdem setzt die lebendige Innenstadt an diesem Sonntag ein Signal.
Spiegel der Lebenswirklichkeit
„Der verkaufsoffene Sonntag spiegelt die Lebenswirklichkeit wider“, sagt Christoph Kleinefeld, Geschäftsführer der Werbegemeinschaft Haltern. Die Situation in Bochum, bei der es immer wieder Diskussionen um die Verteilung von offenen Sonntagen zwischen der Innenstadt und den Ortsteilen gegeben hat, sei im übrigen mit der in Haltern nicht vergleichbar.
Besondere Veranstaltungen
In der Regel haben die Geschäfte in Haltern an jedem ersten Sonntag im Monat geöffnet, besondere Veranstaltungstermine wie Automarkt, Heimatfest, Gänse- und Nikolausmarkt inbegriffen. Nach anfänglicher Zurückhaltung ziehen fast alle Halterner Kaufleute mit, wenn es um die Ladenöffnung am Sonntag geht – auch die Filialen großer Unternehmen.
Der Grund ist klar: Die Wertschöpfung ist an diesem Tag besonders groß. Wegen einer Sonderregelung als Wallfahrtsort und Naherholungsstandort könnten die Halterner ihre Geschäfte sogar noch häufiger an Sonntagen öffnen als ihre Nachbarn. „Wir dürften 40-Mal im Jahr“, erklärt Kleinefeld. Er ist aber „froh und dankbar über die geschickte Lösung in Haltern.“


















