Einsatz im Wüstenstaat: Dirk Hüwener soll die Feuerwehr in Dubai unterstützen
HALTERN Der freiwillige Feuerwehrmann Dirk Hüwener wartet seit zwei Monaten auf einen Anruf. Käme der endlich, säße Dirk bereits 48 Stunden später im Flieger. Nach Dubai. Dort soll er als "Supervisor" die Einsätze der Feuerwehr des Wüstenstaates koordinieren.
Dirk Hüwener sitzt seit über zwei Monaten auf gepackten Koffern. (Foto: Inga Tawadrous)
In der Hauptstadt Abu Dhabi wartet auf ihn sein neuer Arbeitsplatz. Eigentlich schon seit dem 15. März. Doch das Arbeitsvisum lässt bislang auf sich warten. Anfang Februar hat sich das Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Haltern im Internet auf eine Stelle als „normaler Feuerwehrmann“ beworben, sagt Dirk. Keine zwei Wochen später hatte der Halterner jedoch den Vertrag als „Supervisor“ in der Hand: „Ich selbst muss nicht in die brennenden Häuser, sondern soll alles nur koordinieren.“
Deutscher Standard
Nach einem Großbrand in Abu Dhabi im Jahr 2003 wurde festgestellt, dass die personelle sowie materielle Ausstattung der einheimischen Feuerwehr nicht den Erfordernissen einer modernen Metropole entspricht. Sobald Dirk in Dubai ist, wird er der einheimischen Feuerwehr helfen, sie nach deutschem Standard aufzubauen. „Das wird eine echte Herausforderung“, so der Halterner. Ein wenig Sorgen bereite ihm die Hitze: „Im Sommer soll es bis zu 50 Grad heiß werden.“
Doch brennende Häuser hin oder her – jetzt sitzt Dirk auf heißen Kohlen und wartet. Als waschechter Feuerwehrmann mit 18 Jahren Erfahrung hat man sicher Eile im Blut. Dirk dagegen wirkt gelassen: „Die Ämter in Dubai wurden vor kurzem neu strukturiert, deshalb dauert es mit dem Arbeitsvisum so lange.“
Es ist später Mittwochnachmittag, Dirk schaut erneut auf sein Handy. „Heute wird der Anruf wohl nicht mehr kommen“, seufzt er und lacht zugleich, „was will man machen?“
Alt genug
Weil das Wetter am Pfingstwochenende so schön war, habe Dirk aus seinem proppevollen Koffer bereits einige kurze Hosen rausgenommen. Ob die Mama dem Sohnemann beim Kofferpacken über die Schulter schaute? „Nein, dafür ich bin alt genug“, erwidert der 37-Jährige und Mutter Karin Hüwener nickt bestätigend.
Seitdem die 65-Jährige weiß, dass ihr Sohn für ein Jahr nach Dubai geht, lässt sie sich keine Fernsehsendung, keinen Zeitungsartikel über das Emirat entgehen. Auch Dirk selbst informiere sich ständig über die Sitten dort „unten“. „In Dubai darf man(n) einer Frau nicht allzu lange in die Augen schauen“, weiß Dirk.
Nicht absagen
Und wenn man von einem Araber eingeladen werde, sollte man möglichst nicht absagen. Eine Absage sei dort fast eine Beleidigung. „Ich bin dort Gast, also muss ich mich den Sitten anpassen“, sagt Dirk und fragt sich, ob er während des Fastenmonats Ramadan aus Respekt gegenüber Muslimen auch kein Kaugummi kauen wird.
Noch ist Dirk in Haltern. Und darf den Frauen so lange in die Augen schauen, wie er möchte. Doch er hat zurzeit Augen nur für eins. Für sein Handy. Es soll endlich klingeln. Und Dirk in die Wüste schicken.


















