Sprengstoff-Altlasten: Grundwasser schwer verunreinigt
SYTHEN Die größte Altlast des Kreises Recklinghausen befindet sich unter Sythener Boden. Sprengstofftypische Verbindungen belasten das Grundwasser in Lehmbraken so alarmierend hoch, dass der Kreis ab sofort die Nutzung privater Brunnen per Verfügung verbietet.
Im Rahmen des Grundwasser-Kontrollprogramms rund um die WASAG-Chemie wurden in Lehmbraken sprengstofftypische Verbindungen in hoher Konzentration nachgewiesen. Susanne Gobrecht (Dezernentin für Umwelt, Bauen, Kataster und Sport beim Kreis) und Geologe Georg Wohlfahrt erläuterten die Problematik. (Foto: Elisabeth Schrief)
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Als Trinkwasser schon längst tabu
Als Trinkwasser schon längst tabu, darf das kontaminierte Wasser nun keinesfalls mehr zum Bewässern von Rasen, Pflanzen und Gemüse verwendet werden. Die sprengstofftypischen Verbindungen wie TNT sind auf jeden Fall gesundheitsgefährdend. „Die Gutachter ziehen bei Wasserproben stets Handschuhe an“, umschrieb Geologe Georg Wohlfahrt die mögliche Gefahr für Menschen.
Dramatischer Anstieg
Warum die Werte so dramatisch angestiegen sind, konnte Umweltdezernentin Susanne Gobrecht gestern bei der Pressekonferenz in Haltern noch nicht erklären. Eine Gefährdung für die Trinkwasser-Gewinnung schloss sie definitiv aus. Um die räumliche Ausdehnung der Schadstoff-Fahne und ihre mögliche weitere Ausbreitung bewerten zu können, müssen neben den schon bestehenden fünf zwei weitere Brunnen mit bis zu 100 Meter Tiefe errichtet werden.
34.000 Euro Kosten
Denn die Schadstoffe setzen sich zunehmend in der Tiefe ab. Kosten: 34.000 Euro. „Erst nach Jahren wird man sich der Frage nähern können, ob Sanierungsmaßnahmen möglicherweise durch den Einsatz von Ozon technisch und finanziell leistbar sind“, erklärte Georg Wohlfahrt. Ressortleiter Karl-Heinz Recker geht bei den Sanierungskosten von einer dreistelligen Milliardensumme aus.
Chemiegelände Ausgangspunkt
Ausgangspunkt der Verunreinigungen ist das Gelände der WASAG-Chemie. Zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg waren durch Bombardierungen und den Umgang mit Munition und Sprengstoffen dort große Mengen ins Grundwasser gelangt. Bereits seit Bekanntwerden der Belastungen zu Beginn der 90-er Jahre werden in 20 Grundwasser-Messstellen Untersuchungen vom Werksgelände bis nach Sythen in einer Entfernung bis drei Kilometern vorgenommen. Die Kosten auf dem Werksgelände trägt die WASAG, außerhalb teilt sie sich diese mit dem Kreis.




















