EU-Beobachter: Halterner Polizist erlebt Massenpanik in Georgien
HALTERN/GORI Massenpanik in Georgien. Mittendrin, ohne es in seiner Unterkunft für EU-Beobachter zu bemerken, Klaus Bergjürgen, Polizeibeamter aus Haltern. Seit Anfang Februar arbeitet der 48-Jährige als Mitglied der EUMM (Überwachungsmission der Europäischen Union) im Kaukasus.
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Wer am Samstagabend in Georgien das Programm des regierungsnahen Fernsehsenders Imedi verfolgte, sah russische Kampfflieger am kaukasischen Himmel, zerbombte Grenzposten und Panzerkolonnen auf dem Weg in die Hauptstadt Tiflis. Live wurde über eine neue Invasion der russischen Armee berichtet.
Auflösung erst am Ende
„Saakaschwili (der georgische Präsident) ist ein Terrorist, und wir müssen Georgien von ihm befreien“, ließ der russische Präsident Dmitrij Medwedew wissen. Erst am Ende der Sendung wurde aufgelöst, dass lediglich vor möglichen Entwicklungen in der Zukunft gewarnt werden solle. Da war ein Großteil der georgischen Bevölkerung schon vom Sofa aufgesprungen, um die ersten Hamsterkäufe zu tätigen.
„Wir saßen gemütlich in unserer Unterkunft und hörten uns die Fußballergebnisse an“, beschreibt Klaus Bergjürgen den denkwürdigen Abend. Plötzlich sei die „Landlady“ (die Vermieterin) mit der Nachricht hereingestürmt, der Krieg gegen Russland sei soeben ausgebrochen. Bergjürgen und seine Kollegen ließen sich von der aufgekommenen Panik nicht anstecken.
Recherche im Internet
Sie recherchierten im Internet. Das Handynetz war nämlich aufgrund von Überlastung längst zusammengebrochen. Im Netz wurden die EU-Gesandten fündig: Die Russen sind nicht in Georgien einmarschiert und der tot gesagte Präsident Michail Saakaschwili erfreut sich bester Gesundheit. Entwarnung.
Am Wochenanfang kehrte Bergjürgen zu seinem georgischen Alltag zurück. Sein Job vor allem: Den Verzicht auf Gewaltanwendungen und die Einhaltung der Menschenrechte überwachen, zum Beispiel im Polizeiapparat oder in Flüchtlingslagern. Die Kontrolle des staatsnahen Fernsehens gehört noch nicht dazu.
















