Langer Schultag verkürzt Freizeit
HALTERN Das Berliner John-Lennon-Gymnasium wollte einen Unterrichtsbeginn um 9 statt um 8 Uhr durchsetzen und löste damit eine deutschlandweite Debatte aus. In Haltern gibt es kein Verlangen nach einem Schulbeginn ab 9 Uhr.
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Johannes Hermsen, Leiter des Joseph-König-Gymnasiums, versteht die große mediale Aufmerksamkeit, die dieser Idee eingeräumt wird, nicht: "Eine banale Diskussion wird dem Amok-Lauf gleichgesetzt. Dabei ist eine Änderung der Anfangszeit doch nur ein marginales Thema."
Pädagogisch unklug
Für das Joseph-König-Gymnasium ist es keins: "Eine Verschiebung ist pädagogisch unklug." So wie an seiner Schule hat bislang auch niemand an der Joseph-Hennewig-Schule den Vorstoß für eine Änderung der Anfangszeit unternommen. "Im Moment sehe ich deshalb keinen Handlungsbedarf. Außerdem glaube ich auch nicht, dass sich dadurch eine Leistungssteigerung erreichen lässt", sagte Schulleiterin Dagmar Perret.
Ein früher Schulbeginn komme vielmehr den Jugendlichen entgegen, weil sie dann nachmittags Zeit für andere Aktivitäten hätten. Anna-Lena Giese (16), stellvertretende Schülersprecherin der Alexander-Leben-stein-Realschule, bestätigt das. "Ein langer Schultag verkürzt die Chance auf Freizeit am Nachmittag noch weiter." Die meisten Realschüler denken so, gibt sie als Fazit einer Diskussion wieder. Eine Verschiebung des Unterrichts in den Nachmittagsbereich lehnten fast alle ab.
Geistig fit
Michael Weiand, Leiter der Alexander-Lebenstein-Realschule, kann sich noch gut an die Diskussion vor einigen Jahren erinnern, als der Unterrichtsbeginn mit Rücksicht auf die Fahrschüler von 7.45 auf 7.50 Uhr verschoben werden sollte. "Es war ein Kampf und ich bin froh, dass dieses Thema durch ist." Ob Schüler tatsächlich ab 9 Uhr besser lernen, wagt Weiand zu bezweifeln. "Der Schulbeginn um 7.50 Uhr ist akzeptabel. Ich kann nicht feststellen, dass unsere Schüler morgens überproportional müde sind."
Das Schulgesetz lässt den Schulen bei der Festlegung des Unterrichtsbeginns alle Freiheiten. Aber weder dort noch bei der Stadtverwaltung gibt es ein Verlangen nach einer Veränderung.















