Couchsurfing: Manuel Andrick schläft gerne auf fremden Sofas
HALTERN Couchsurfing - hört sich an wie eine neue Trendsportart. Es ist aber eine extrem preiswerte und abwechslungsreiche Art des Reisens. Der Halterner Manuel Andrick hat es in seinem USA-Urlaub ausprobiert.
Manuel Andrick ist ein Couchsurfer. (Foto: Iris Woitschell)
- Karneval St. Marien Schunkeln und lachen lässt das Pfarrheim krachen
- Dieselfahrzeuge betroffen Kälteste Nacht machte vielen Autobatterien den Garaus
- Franz-Martin Neudeck im Gespräch Die "Haltern-Schule" im Kongo ist fertig
- Am 24. März in der Seestadthalle Sportparty wirft ihre Schatten voraus
- Tanzen TSC-Formationen sind bestens vorbereitet
Insidertipps
Manuel Andrick: "Das ist eine mega-günstige Variante zu reisen und man lernt die Stadt ganz anders kennen." Für eine Nacht hätte der 22-Jährige, der zusammen mit zwei Freunden reiste, mindestens 30 Dollar rechnen müssen. Stattdessen suchten sich die Jungs Nacht für Nacht die Gratis-Variante. Positiver Nebeneffekt: Die Gastgeber haben den drei Reisenden oft Insidertipps gegeben: "Plötzlich standen wir in San Francisco auf einem einsamen Hügel und konnten die ganze Stadt überblicken", erinnert sich Andrick an seine Reise vor zwei Jahren.
Zwischenstopp beim Inder
Er hat die Erfahrung gemacht, dass die Gastgeber nicht einfach nur ein Sofa oder ein Bett zur Verfügung stellen, sondern sich über den Besuch freuen: "So lernt man schnell neue Leute kennen." Der Sythener erinnert sich an einen Zwischenstopp bei einem Inder, der gleich eine ganze Etage mit Dachterrasse für seinen Besuch zur Verfügung stellte und seine Gästen bekochte. Im Anschluss pilgerten Manuel Andrick und seine Freunde auf eine Couchsurfer-Party. 250 Surfer und Gastgeber feierten dort einen kulturellen Abend - Amerika spielt in dieser Art zu reisen die absolute Vorreiterrolle.
Absolutes Vertrauen
Jede Couch hat jedoch auch ihre staubigen Seiten. Andrick: "Die Privatsphäre ist eingeschränkt, schließlich hält man sich in einem fremden Haus auf." Außerdem beruht Couchsurfing absolut auf Vertrauen. Bevor es zur Begegnung kommt, besteht lediglich ein schriftlicher, manchmal telefonischer Austausch. "Je bekannter es wird, desto mehr Missbrauch wird es geben", so Manuel Andrick. Dass der Gastgeber den Schlüssel unter die Fußmatte legt und seinen Gästen seine vier Wände überlässt, wird dann wahrscheinlich die Ausnahme sein.
Interkulturelle Gemeinschaft
Nach seinen positiven Erlebnissen hat Andrick sich der interkulturellen Surfer-Gemeinschaft angeschlossen, obwohl er noch zu Hause wohnt. Seitdem seine Schwester ausgezogen ist, bietet er Gästen nicht nur das Ausziehsofa in seinem Zimmer an, sondern auch ein kleines Zimmer mit Bett, Bücherregal und Schreibtisch an. Die Anfragen nach Sofa-Übernachtungen in Haltern halten sich allerdings in Grenzen: "Nach Haltern kommen nicht viele", einmal habe eine Studentin seine Couch genutzt, die in Haltern ein Praktikum gemacht hat.
Manuels Eltern stehen den Couchsurfing-Interessen ihres Sprösslings offen gegenüber, haben selbst schon ein französisches Pärchen eingeladen - die dann aber lieber in Münster übernachten wollten. Dem Motto der Couchsurfing-Gemeinschaft haben sich die Andricks auf jeden Fall angeschlossen: "Mache mit bei der Erschaffung einer besseren Welt - Couch für Couch".















