Bewegung ist wichtig: Schulranzen haben häufig Rückenprobleme zur Folge
HALTERN Der Ernst des Lebens hat begonnen, und er wiegt schwer. Meist über zwei Kilo, so schätzen Experten. Und so finden immer wieder Schulkinder mit Haltungsschäden den Weg in die Praxis von Elisabeth Kleinfeld.
Weil der kindliche Rücken Schaden trägt, bieten Ranzen-Hersteller nun schon Rollvarianten an. Dass diese ein entscheidender Fortschritt ist, bezweifelt Kinderärztin Elisabeth Kleinfeld. (Foto: Sonja Kostersitz)
- Schmales Testspielprogramm Minusgrade ärgern die Fußballer
- Bedarf steigt In der Offenen Ganztagsschule wird es eng
- Abstimmung im Internet Haltern bewirbt sich um einen Mehrgenerationen-Parcours
- Neues Stiftungsprojekt Dr. Josef Wennemann unterstützt Klinik in Südafrika
- Gastronomie in Eigenregie Bistro im Freizeitbad Aquarell wurde neu eröffnet
Die Folge: ein früher Haltungsschaden, im späteren Leben nur schwer korrigierbar. Laut dem Wissenschaftlichen Institut der Ärzte in Deutschland (WIAD) zeigen 40 bis 60 Prozent aller Schulkinder bundesweit Haltungsschwächen. „Die Vorbelastung ist natürlich auch ein Faktor“, sagt Elisabeth Kleinfeld (Foto), „sowie die gesamte Lebensweise des Kindes.“
Mehr Bewegung
Bewegungsmangel und langes Sitzen lassen die kleinen Rückenmuskeln erschlaffen, bevor sie überhaupt erst richtig erstarken. „Bewegung, Bewegung, Bewegung“, die Prophylaxe ist schnell umgesetzt. Doch ist der Zeitpunkt verpasst, wartet schon der Physiotherapeut. Um dies frühstmöglich zu verhindern, hat der Förderverein der Alexander-Lebenstein-Realschule investiert.
Einseitige Belastung
In wenigen Tagen werden neue Spinde geliefert, für jeden Fünftklässler einen. „Der begleitet sie dann die gesamte Laufbahn “, sagt Schulleiter Michael Weiand. Und auch das Joseph-König-Gymnasiums hält für Schüler bis zur einschließlich achten Klasse Fächer in den Schulräumen bereit. „Das Angebot wird aber von vielen nur unzulänglich genutzt“, vermutet Elisabeth Kleinfeld.
Denn klingelt die Schulglocke, heißt es oftmals eher losdüsen als umsortieren. Dies hat auch die Wirtschaft erkannt und eine Art Trolli-Ranzen zum Ziehen auf den Markt geworfen. Den Vorteil zieht Elisabeth Kleinfeld jedoch in Zweifel. Die Belastung sei einseitig, der Rücken verdreht, „viel besser ist das auch nicht.“ Und pocht wieder auf das altbewährte Hausmittel: „Bewegen, bewegen, bewegen.“




















