Riesen-Wels: Südländer aus dem Stausee geangelt
HALTERN Es ruckt an der Angel, irgendetwas hat angebissen. Wieder ruckt es, kräftiger. Günter Armoneit (69) spürt, das muss ein großer Brocken sein – mehr noch: an der Angel hängt ein 1,76 Meter langer Wels.
Günter Armoneit (Mitte) und Dirk Ostrowski (l.) haben Dienstagabend einen riesigen Wels gefangen. Norbert Neufeld hilft (r.), den Fisch zu messen und ihn in den Transportwagen zu tragen. (Engelhardt)
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Zwei Stunden harte Arbeit
Fix und fertig ist er nach dieser Nacht. Das kräftige Tier einzufangen dauerte mehr als zwei Stunden – dem Wels sollte dabei kein Haar gekrümmt werden. Immerhin ein reichlich ungewöhnlicher Fang: „In diesem See dürfte es den Wels gar nicht geben“, sagt Armoneit, denn diese Fischart durfte hier nie ausgesetzt werden. Zu groß, zu anspruchsvoll: „Der Wels braucht warmes Wasser, um zu gedeihen.“ Spanien beispielsweise. Ein Südländer also, verirrt im Stausee?
Blick zurück: Auf einen Zander oder Hecht hofft der passionierte Angler, als er am Dienstagabend seine Ausrüstung im Boot verstaut und gemütlich auf den See schippert. Es geht schon auf Mitternacht zu, als der Wels den Haken schluckt. So stark, wie er dann an der Schnur reißt, weiß Armoneit sofort, dass das ein dicker Brocken sein muss.
50 Meter das Boot gezogen
Ein Anglerkollege kommt ihm zu Hilfe, vertäut die beiden Boote miteinander, schon fängt der Wels an zu ziehen: „Der hat uns 50 Meter weit geschleppt“, sagt Dirk Ostrowski.
Zwei Stunden später wird er endlich so müde, dass sie ihn gemeinsam ins Boot wuchten können. „Ich habe Blut und Wasser geschwitzt“, sagt Armoneit, und schiebt nach: „Was der für eine Kraft hat, ist unglaublich.“
Ausgesetzt
In einem Becken darf der Fisch übernachten, bevor er am Morgen abgeholt wird. Er kommt in einen privaten Naturteich. Armoneit und seine Anglerkollegen rätseln immer noch, wie der Fisch hierher geriet. „Wir schätzen, dass diese Welse hier vor 20 oder 30 Jahren ausgesetzt wurden“, sagt Gerätewart Norbert Neufeld. Erlaubt war das damals wohl nicht, und zwar aus gutem Grund. Neufeld erklärt: „Hier haben so große Raubfischarten keine natürlichen Feinde.“ Deshalb passe der Wels nicht in das Ökosystem des Stausees.




















