Fundbüro: Wenn etwas verloren geht...
HALTERN An den Wänden hängen etliche Fahrräder. Im Regal zwischen Tüten und Kartons Wintermäntel und T-Shirts. So sieht es im Keller des Fundbüros aus.
Björn Buschmann weiß: Fast täglich wird etwas im Fundbüro abgegeben, aber die wenigsten ziehen die Möglichkeit in Betracht, dort nachzufragen. (Foto: Iris Woitschell)
Im vergangenen Jahr lagerten rund 450 Fundgegenstände ein. Nur ein Viertel davon wurde abgeholt. "Manche ziehen die Möglichkeit des Fundbüros nicht in Betracht", sagt Björn Buschmann, Sachbearbeiter im Bürgerbüro. In seinem Computer ist jedes verlorene Schätzchen vermerkt. Wie es aussieht, wann es wo und von wem gefunden wurde. Fast täglich wird die Datenbank neu gefüttert.
Mehr als zehn Euro
Übersteigt die Fundsache einen Wert von zehn Euro, muss sie abgegeben werden, sonst droht eine Anzeige wegen Fundunterschlagung. Die Halterner sind ein ehrliches Völkchen: "Erst kürzlich wurden zwei dreistellige Geldbeträge hier abgegeben", weiß Buschmann. Die Gegenstände werden sechs Monate aufbewahrt - so will es das Gesetz. Danach werden Kinderwagen und Co. versteigert oder der Finder darf das Fundstück behalten. Will er das nicht, stehen ihm drei bis fünf Prozent des Schätzwertes zu.
Alles, was abgeliefert wurde, ist im Internet aufgelistet. Zum Beispiel: "Rotes Damenrad, Fundort Annabergstraße." Einzelheiten werden nicht bekannt gegeben. Schließlich ist das Fundbüro kein Selbstbedienungsladen. "Der Verlierer muss das vermisste Stück genau beschreiben", so Buschmann. Bei dem Geld zum Beispiel sollte man die Stückelung wissen, und wo man es verloren hat. Im Fundbüro wird alles aufbewahrt, was nicht verderblich ist. Helmut Lampe: "Ein altes Kotelett können sie hier nicht abgeben."
Öffnungszeiten des Fundbüros: montags bis freitags von 8 bis 17.30 Uhr im neuen Rathaus. Tel. 933180. Fundbüro im Internet: www.haltern.de, virtuelles Rathaus, Bürgerservice.
- Tiere: Gefundene Tiere werden zunächst einige Tage auf dem Baubetriebshof gehalten und dann ins Tierheim nach Ahaus gebracht. Infos darüber gibt´s ebenfalls im Fundbüro der Stadt.
- Öffentliche Einrichtungen und Taxen: Schulen, Schwimmbäder und Turnhallen haben meist eigene Fundbüros, ebenso Taxiunternehmen.
- Der Regenschirm fährt Bahn: Am Bahnhof kann sofort das Servicepersonal angesprochen werden. Kann der verlorene Gegenstand nicht sofort wieder herbeigeschafft werden, lohnt es sich, einen Nachforschungsantrag zu stellen. Vordrucke gibt es im DB-Service-Point und im Reisezentrum. Das ausgefüllte Formular kann direkt vor Ort abgegeben oder per Post verschickt werden (DB Station&Service, Fundbüro, Döppersberg 37, 42103 Wuppertal), oder per Fax: (0202) 35 23 17. Telefonisch kann man sich bei der Fundservice-Hotline melden. Die ist montags bis samstags von 8 bis 20 und sonn- und feiertags von 10 bis 20 Uhr unter Tel. (0900) 1990599 erreichbar. Eine Verlustmeldung kann aber auch über das Internet www.bahn.de, verloren&gefunden, verschickt werden.
- Die Einkaufstüte fährt Bus: Alles, was bei der Vestischen gefunden wird, landet in Herten im Fundbüro. Öffnungszeiten: montags bis donnerstags von 13 bis 15 Uhr, Tel. (02366) 18 61 99. Meist dauert es ein bis zwei Tage, bis das Fundstück dort angekommen ist. Verderbliche Gegenstände werden nicht aufbewahrt. Wenn einem der Verlust sofort auffällt, sollte man sich bei der Zentrale der Vestischen unter Tel. (02366) 18 60 melden. Wichtig sind dann folgende Details: Datum, Uhrzeit, Linie, Fahrtrichtung und Haltestelle, an der man ausgestiegen ist.


















