Belastete Brunnen: Wer für Bodensanierung aufkommt, ist noch ungeklärt
SYTHEN 50 private Brunnen in Lehmbraken legte der Kreis wegen der Belastung durch sprengstofftypische Verbindungen per Verfügung still. In Wahrheit liegt die Zahl der kontaminierten Bewässerungsstationen viel höher.
Wasser aus öffentlichen Brunnen sollte man nicht trinken, darauf weisen Warnschilder hin. In Sythen kann das Wasser aus privaten Brunnen nicht mal mehr zum Rasensprengen verwendet werden. (Foto dpa)
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Gesundheitsgefährdende Belastung
Für Thomas Döpper, der auf dem Prickings-Hof Brunnenwasser zum Reinigen der Ställe und zur Beregnung einsetzte, kam die Nachricht von der gesundheitsgefährdenden Belastung durch Stoffe wie das krebserregende Nervengift TNT nicht überraschend. Er wurde hellhörig, als der Kreis von ihm im November Angaben zum Brunnenwasser forderte. „Wir haben den Brunnen dann sofort zugemacht“, erklärte Döpper.
Freibad Sythen nicht in Not
Glücklich dürfen sich die Mitglieder des Freibads Sythen schätzen. Der Brinkweg markiert die Grenze, die das belastete Gebiet vom ungefährdeten trennt. Die Becken können also weiterhin mit Brunnenwasser gefüllt werden. „Gelsenwasser könnten wir nicht bezahlen“, klang Andrea Beck vom Vorstand gestern erleichtert. Wie lange die Situation allerdings so bleibt, ist ungewiss.
Verteilung in südöstlicher Fließrichtung
Sprecher des Kreises und der Gelsenwasser AG bestätigten, dass sich die Schadstofffahnen pro Jahr etwa 30 m weiter in Fließrichtung verteilen, die zurzeit südöstlich verläuft. Eine Gefährdung der Trinkwasserentnahmestelle Stausee sei aber für die nächsten Jahrzehnte auszuschließen, betonte Gelsenwasser.
WASAG fördert Sanierungsprojekte
Die Sythengrund Wasagchemie Grundstücksverwertungsgesellschaft kündigte als Grundstückseigentümerin die weitere Kooperation mit dem Kreis an. Das Unternehmen fördere Forschungsprojekte, die zu einer effizienten Dekontamination führen könnten. Es macht in seiner Presseerklärung aber auch deutlich, dass die Altlasten auf dem Industriegelände durch militärische Nutzung im Ersten und Zweiten Weltkrieg entstanden sind. Die Frage, wer für die Sanierung aufkommen muss, ist also noch nicht geklärt.
Sondersitzung beantragt
Die SPD-Fraktion beantragt eine Sondersitzung des Umweltausschusses, um über die Grundwasserproblematik in Lehmbraken zu beraten und aufzuklären.




















