Neuer Flächennutzungsplan: Wohnen in Haltern auf Höhe der Zeit
HALTERN Die Bevölkerung Halterns wird in den kommenden drei Jahren von jetzt 38 000 auf rund 38 200 Einwohner ansteigen und dann stetig abnehmen. Das hat Einfluss auf die Wohnstruktur der Seestadt. Diese Erkenntnis stellte Stadtplaner Michael Ahn vom Büro Wolters und Partner am Donnerstagabend im Stadtentwicklungsausschuss vor.
In Haltern wohnen vor allem Familien. (Foto: Iris Woitschell)
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Um festzustellen, wie groß der Bedarf an Wohn- und Gewerbeflächen in Zukunft sein wird, untersuchte Ahn die Bevölkerungsentwicklung. Das Ergebnis: In Haltern wohnen vor allem Familien. Der Anteil älterer Erwerbstätiger ist zudem auffällig hoch.
Jugendliche ziehen weg
Jugendliche zwischen 18 und 25 ziehen häufig weg, um in Münster oder Dortmund zu studieren. Trotz der langfristig sinkenden Bevölkerung, wird es auch in Zukunft Wohnungsbedarf geben. Die derzeit verhältnismäßig dichte Gebäudestruktur wird abgelöst durch barrierefreie, eingeschossige Häuser. Dort spiegelt sich der demografische Wandel wider. Senioren mögen keine Treppen steigen und bauen eher flach als hoch.
Der daraus folgende Trend zu größeren Grundstücken ist schon jetzt in Haltern erkennbar. Michael Ahn errechnete einen Wohnbau-Flächenbedarf von 45 Hektar. Abzüglich der Reserven am Siedlungsrand und den laufenden Bauprojekten ist das überraschende Ergebnis: In Haltern gibt es rein rechnerisch gar keinen Wohnflächenbedarf. Michael Ahn: „Sie sind auf der Höhe der Zeit. Es besteht keine Notsituation.“
Häuslebauer wollen Alternativen
Diese Rechnung sei mit dem Bürger jedoch nicht zu machen, stellte der Stadtplaner im Ausschuss klar. Häuslebauer wollten zwischen Alternativen wählen. Man müsse mit einem Überhang an Flächen ins Verfahren gehen. Einige Gebiete würden sich vielleicht als unattraktiv erweisen.
Es gebe laut Ahn noch freie Flächen, die genutzt werden können. Die genaue Untersuchung steht jetzt an. Dabei werden auch die Gewerbeflächen unter die Lupe genommen. Dort liegt der Bedarf rechnerisch bei 14 Hektar.
Mitte dieses Jahres sollen Bürger und Behörden zu dem Flächennutzungsplan gehört werden. Das fertige, digitale Werk soll in 2011 beschlossen werden.
Entwicklung der Gemeinde
Der Flächennutzungsplan stellt die beabsichtigte städtebauliche Entwicklung einer Gemeinde dar. Dargestellt werden beispielsweise Flächen, die zur Bebauung vorgesehen sind, Grünflächen (z.B. Parks, Kleingärten, Sportplätze, Friedhöfe), Wasserflächen, landwirtschaftliche Flächen und Wald. Bürger, Verbände und Behörden müssen frühzeitig über die Ziele und Zwecke der Planung informiert werden. Sie können sich dann zur Planung äußern und Änderungsvorschläge machen.















