Kleines Museum eröffnet: Abtauchen in die Welt der Simsons
LAER Es ist Samstag, um kurz nach 14 Uhr. Auf dem Vorhof einer ehemaligen Baustoffhandlung am Terup 6a steht ein Pulk von Menschen, den Blick auf alte, dreirädrige Mopeds gerichtet - alte Simson Duo 4/1.
Mit viel Liebe hergerichtet kann eine Simson schon Eindruck machen. (Foto: Sundermeier)
In einem ungewöhnlichen Ocker glänzen diese in der Frühjahrssonne und lenken die Aufmerksamkeit der Fußgänger und vorbeifahrenden Fahrzeuge auf sich. Es sind alte "Duo 4/1" aus dem Hause Simson, ehemalige DDR-Fahrzeuge, die für den Transport von Gehbehinderten gebaut wurden.
"Versehrtenfahrzeuge hießen die dort", erklärt Rüdiger Dahlhaus. Er und seine Lebensgefährtin Natascha Agaida freuen sich, dass ein dreiköpfiger Trupp von Altenberger Dou-Fans den Weg nach Laer zur Eröffnung ihrer Simsons Ausstellung gefunden hat. Und so nutzten die Beiden die Gelegenheit sich schnell einmal für das Familienalbum in solch einem ehemaligen DDR-Krankenfahrzeug ablichten zu lassen.
Früher, in der DDR war die Duo nichts Besonderes. Halt ein motorisierter Rollstuhl für Menschen die nicht gehen können. Der ganze Fahrzeugbetrieb ist deshalb auf Handbetrieb ausgelegt. Die Dreigangschaltung läuft automatisch. Zum Bremsen muss das Lenkrad nach vorne geschoben werden und das Starten funktioniert mittels Reißleine. All das gibt es für den Interessierten auf dem kleinen Hof als gratis Information dazu, obwohl Dahlhaus und Agaida dieses kultige Ostgefährt nicht in ihrer Ausstellung präsentieren.
"Leider haben wir bis jetzt noch keine angeboten bekommen, aber das kann sich ja noch ändern", meint Dahlhaus, während er durch seine Ausstellung führt, in der sich alles um die kultigen Ost-Zweiräder dreht.
Schaukästen
"Jugend und Technik" lautet ein ehemaliges DDR Magazin für Jugendliche, von denen einige der alten Exemplare gerahmt an den Wänden hängen. In vereinzelten Wandschaukästen präsentieren sich alte Ersatzteile oder Werbeartikel mit denen die Marke Simson beworben wurde.
Alte Blechtafeln mit typischen 60er Jahre Bildern zieren die Wände. Mittig sind drei restaurierte Simsons platziert, eine alte MZ findet sich in der zweiten Ausstellungshalle. Die Idee, diese Gefährte auszustellen, hatte Rüdiger Dahlhaus schon lange. Angefangen hat alles nach der Wende, als er sich hobbymäßig mit den alten DDR Zweirädern beschäftigte.
Später machte er sein Hobby zum Beruf und gründete die Firma Ost-Bock in Münster. "Das Hobby und die Kontakte weiteten sich mit dem Internet aus und so kam das ein oder andere Sammlerstück in meine Hände", erinnert sich Dahlhaus. Da der Platz immer knapper wurde, suchten Dahlhaus und seine Lebensgefährtin einem Wohngebäude mit angrenzender Halle.
"In Laer sind wir vor zwei Jahren fündig geworden. Wir haben hier zusätzlich zu Münster eine kleine Werkstatt mit Namen "Duesen-Trieb" eröffnet, die an die Ausstellungsräume angrenzt. Uns faszinierte allerdings vorrangig die Möglichkeit hier viele alte Sammlerstücke präsentieren zu können", begründen die Beiden ihren Entschluss nach Laer zu ziehen.











