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26.12.2012 13:36 Uhr
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Stadtführung: Nachtwächter Uwe Fuhrmann geht - und blickt zurück

SCHWERTE Für Uwe Fuhrmann endet eine Ära. Über zehn Jahre lang war er in der Schwerter Altstadt als Nachtwächter unterwegs. Dieses Amt legt er jetzt nieder, hat aber viele schöne Erinnerungen daran. Mit uns hat er zurückgeblickt.Von Nicole Giese

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Uwe Fuhrmann hängt seinen Job als Nachtwächter an den Nagel. Tourismusbeauftragter der Stadt bleibt er aber noch (Foto: Bodo Brauer)

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Seine Bilanz ist makellos. Mehr als zehn Jahre war Uwe Fuhrmann um Punkt 19 Uhr als Nachtwächter zur Stelle. Vom Markt aus begleitete er sein Publikum durch die Altstadt. An einigen Abenden nahmen bis zu 100 Personen an der Führung teil. Zwei, drei Mal kam keiner. Uwe Fuhrmann war trotzdem da.

In Rothenburg ob der Tauber entdeckte Fuhrmann die Nachtwächter-Führungen – auch im Urlaub als Touristik-Beauftragter der Stadt immer auf der Suche nach etwas Neuem, das sich für Schwerte umsetzen lässt.

Von der Idee bis zum Start sollte es aber noch zwei Jahre dauern: Uwe Fuhrmann ließ alte Akten aus dem Stadtarchiv transkribieren, suchte sich in Gerichtsnotizen und Beschwerden allerlei Wissenwertes über die Schwerter Nachtwächter im 19. Jahrhundert zusammen, um seine Führung so authentisch wie möglich zu gestalten

"Wir konnten ziemlich viel über ihre Arbeits- und Lebensverhältnisse in Erfahrung bringen", erzählt Uwe Fuhrmann. Die meisten Nachtwächter seien ziemlich schrullig gewesen. So habe einer von ihnen stets in seinem Sarg genächtigt.

Wie ein Theaterstück
 
Solche Dönekes erzählte Uwe Fuhrmann gern auf seiner Tour, die insgesamt zehn Stationen umfasste. Start und Ziel war dabei stets St. Viktor. "Die Führung habe ich mehr oder weniger als Ein-Mann-Theaterstück konzipiert", erklärt er. Für eine Stunde sei er zu hundert Prozent in die Rolle geschlüpft.
 
"Hinterher war ich oft körperlich richtig fertig", erzählt er. Das habe aber auch an den schweren Klamotten gelegen. Denn die Kleidung des Nachtwächters stimmte natürlich ebenfalls mit den historischen Vorlagen überein. „Dabei musste sie nicht nur gut aussehen, sondern vor allem funktionsfähig sein“, betont Uwe Fuhrmann. Schließlich war er bei Wind und Wetter im Einsatz.

Originalgetreue Kleidung

Gut, dass der Mantel aus gewalktem Filz, den ihm Bettina Wiegand nähte, absolut wasserdicht war. Dazu warme Stiefel, ein Dreispitz, je nach Temperatur Handschuhe, ein Signalhorn, eine Hellebarde und eine Laterne – die fünfte. "Die ist endlich sturmfest."
 
Und noch etwas hat Uwe Fuhrmann über die Jahre präzisiert. Optimal sei es, wenn man genau dann wieder am Markt ankomme, wenn es Punkt 8 schlage. "Da haben die Leute schon mal gefragt, wo denn die Fernbedienung ist", erzählt er schmunzelnd.

Hohe Präzision
 
Bis sein Nachfolger diese Präzision erreicht hat, wird es wahrscheinlich noch etwas dauern. Fuhrmann hat ihm seine Tour übereignet inklusive der Kleidung. Am Donnerstag gibt er bekannt, wer in seine Fußstapfen tritt.
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