Judo: Gondzik will mit 65 zur EM

HALTERN Hans Gondzik will es noch mal wissen: Seit Anfang dieses Jahres hat er bereits an zwei Wettkämpfen im Judo teilgenommen und das nach 20 Jahren Pause. „Es reizt mich einfach zu sehen, was noch geht, und mal zu testen, wo ich stehe“, sagt der 64-Jährige.

  • Hans Gondzik.

    Hans Gondzik.

Judo war immer sein Sport. Bereits mit 14 trat er in die Judoabteilung des VfL Hüls ein, wechselte später zum Halterner Judoclub 66, dem er heute noch angehört. Hans Gondzik hängte sich richtig rein, war im Wettkampfbetrieb in der Mannschaft als Halbschwergewichtler und Schwergewicht aktiv. Der zweite Platz bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften 1975 und drei Teilnahmen an Deutschen Meisterschaften, bei denen er als beste Platzierung einen fünften Platz erreichte, stehen in seiner Erfolgsliste.

„Allerdings setzt man natürlich auch irgendwann mal andere Prioritäten im Leben“, sagt Hans Gondzik heute. Familie, Beruf und Hausbau ließen den Judosport für den Vermessungsingenieur, der auf dem Bergwerk AV beschäftigt war, eine Zeit lang ein wenig zurücktreten. Hans Gondzik blieb aber sportlich aktiv, verlegte sich aufs Laufen und nahm sogar an mehreren Marathons teil.

Zurückgekämpft

1998 stieg er dann aufs Rad: Mit einem Kollegen absolvierte er eine Radtour nach Barcelona: 2200 Kilometer in 25 Tagen. Trotzdem blieb seine Begeisterung für den Judosport immer erhalten. „Trainiert habe ich immer, nur aus dem Wettkampfbetrieb habe ich mich rausgehalten“, sagt er. Auch gesundheitliche Rückschläge konnten ihn nicht aus der Bahn werfen. Immer wieder kämpfte sich Hans Gondzik zu seiner alten Form zurück.

Im vergangenen Jahr besuchte er die Weltmeisterschaften der Judo-Senioren in Frankfurt. Die Kämpfe der „Veteranen“ in den Altersklassen ab 30 weckten seine alte Leidenschaft wieder neu. Die Frage, ‚Packe ich das auch noch?‘ stellte er sich immer lauter.

Hans Gondzik intensivierte sein Training. Im März dieses Jahres schließlich stand er erstmals wieder in einem Wettkampf auf der Matte: beim Judo-Senioren-Cup in Bochum, den er mit einem zweiten Platz in seiner Altersgruppe beendete.

Das machte Mut, auch an den Deutschen Meisterschaften im April teilzunehmen, ebenfalls wieder in Bochum. Auch hier belegte Hans Gondzik einen hervorragenden zweiten Platz in der Gruppe Ü65, verlor nur einen seiner vier Kämpfe denkbar knapp und schaffte sogar die kleine Sensation, seinen Kampf gegen Arthur Schnabel zu gewinnen, immerhin siebenfacher Deutscher Meister, mehrfacher Europameister, dreifacher Olympiateilnehmer und Gewinner der Olympia-Bronzemedaille in Los Angeles 1984.

Und jetzt hat Hans Gondzik ein noch größeres Ziel vor Augen: die Europameisterschaften in Paris am 15. Juni. „Ich bin noch nicht völlig austrainiert, ich kann noch mehr erreichen“, sagt er. Man darf gespannt sein, wohin sein Weg noch führt.
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ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    5. Juni 2013, 17:27 Uhr
    Aktualisiert:
    5. Juni 2013, 18:28 Uhr