Im Interview: Neururer: "Mein Ende in Haltern war kurios"

HALTERN. Peter Neururer ist ein echter Typ. Seine Karriere als Trainer hat der gebürtige Marler beim TuS Haltern begonnen. Später hat er auch den FC Schalke trainiert. Vor dem Jubiläumsspiel zwischen beiden Clubs am Montagabend in der Stauseekampfbahn sprachen wir mit Peter Neururer

  • Trainer Peter Neururer kehrt nach Bochum zurück.

    Trainer Peter Neururer kehrt nach Bochum zurück. Archivfoto: dpa

Hallo Herr Neururer, am Montagabend spielen zwei Ihrer Ex-Klubs gegeneinander. Fangen wir mit den Gastgebern an. Beim TuS Haltern haben sie ihre Trainerkarriere begonnen...
Neururer: Ja, Haltern war meine erste Trainerstation, in der Saison 1984/85. Ich war zunächst Spielertrainer, bis ich mich verletzt habe. Das Ende in Haltern war allerdings kurios.

Erzählen Sie...
Neururer: Wir haben in der Landesliga gespielt und etwas überraschend den Klassenerhalt geschafft. Ich hatte größere Ambitionen, wollte die Mannschaft häufiger trainieren lassen. Doch der Vorstand wollte das nicht. Denn für jeden Spieler wurde damals eine Aufwandsentschädigung von zehn DM fällig, das wäre zu teuer geworden. Und so bin ich beurlaubt worden.

Sind Sie denn am Montagabend trotzdem in der Stauseekampfbahn, um sich das Spiel anzuschauen?
Neururer: Nein, ich bin beruflich unterwegs.

Was machen Sie denn derzeit eigentlich?
Neururer: Ich habe einen Job bei Sport1, der mir sehr viel Spaß macht.

Sind Sie zufrieden?
Neururer: Ja klar bin ich zufrieden. Warum denn nicht?

Nun ja, Sie sitzen derzeit nicht auf einer Trainerbank...
Neururer: Das steht auf einem anderen Blatt. Ich bin sehr zufrieden, wie es bei mir läuft. Aber ich spüre immer noch die Frische in mir, um noch als Trainer zu arbeiten. Das ist natürlich mein Ziel, ich habe mit dem Trainerberuf noch nicht abgeschlossen. Aber ich werde keine Harakiri-Aktionen mehr machen. Das muss ich nicht mehr haben.

Es gibt also Anfragen, doch die reizen Sie nicht?
Neururer: Ja, es gab in der vergangenen Saison Anfragen von Zweitligisten. Aber ich bin sehr ambitioniert. Es muss alles passen.

Machen Sie es doch mal konkret. Was muss denn alles passen?
Neururer: Ich würde gerne einen Bundesligisten oder einen sehr ambitionierten Zweitligisten übernehmen. Doch die Ziele müssen stimmen. Beim Zweitligisten müsste das Ziel schon der Aufstieg sein. Aber ich könnte mir auch vorstellen, bei einem Traditionsclub wie Rot-Weiss Essen zu arbeiten. Wenn sich der Verein mit dem neuen Stadion in allen Bereichen professionalisieren würde, dann wäre richtig was möglich.

Herr Neururer, wir schweifen ab. Ich wollte mit Ihnen ja noch über Schalke reden. Was verbinden Sie mit den Königsblauen?Neururer: Schalke war sicher meine intensivste Zeit als Trainer. Aber auch dort bin beurlaubt worden.

Eigentlich wollte ich über ihre Mitgliedschaft im Verein reden...
Neururer: Ich bin kein Mitglied mehr. Es gab Zwistigkeiten, die dazu geführt haben. Aber die sind ausgeräumt und ich werde wieder Mitglied. Den Antrag habe ich bereits gestellt.

Könnten Sie sich eigentlich vorstellen, einen der beiden Klubs noch einmal zu übernehmen?
Neururer: Ich mache grundsätzlich keinen Schritt zurück. Trainer beim TuS Haltern, das kann ich mir nicht mehr vorstellen. Zu Schalke würde ich zurückkehren, ebenso wie zu meinen ehemaligen Vereinen Köln, Berlin oder Hannover.

Blöde Frage vermutlich, aber warum können Sie sich ein Engagement beim TuS nicht mehr vorstellen? Viele Spieler und Trainer betonen, dass sie ihre Karriere gerne bei ihrem ersten Verein beenden wollen....
Neururer: Grundsätzlich finde ich "back to the roots" ja gut. Aber ich will den Profibereich nicht mehr verlassen. Das hat etwas mit der Einstellung zu tun. Wenn du vom Profibereich zurück in den Amateurbereich wechselst, dann ist das immer mit Frustration verbunden. Und das hat nichts damit zu tun, dass ich den Amateurfußball nicht schätze.

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Autor
Tobias Nordmann
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    6. Mai 2012, 21:50 Uhr
    Aktualisiert:
    7. Mai 2012, 11:22 Uhr