Ausstellung in Duisburg: Ai Weiwei - die Schönheit des Protestes
DUISBURG Ai Weiwei ist ein Medienstar. Einer, der sich in der Weltöffentlichkeit auflehnt gegen die chinesische Regierung. Einer, der deshalb sogar in Lebensgefahr geriet. Dass der Künstler gleichzeitig tiefschürfende Skulpturen erschafft, vergisst man dabei leicht. Gut, dass es nun die Ausstellung "Barely Something" (Kaum etwas) im privaten Duisburger Museum DKM gibt.
"China log" von Ai Weiwei besteht aus Resten alter Tempel. (Foto: Jäger)
Damit verhinderten die Beamten, dass er für den Schriftsteller Tan Zuoren aussagte. Beide Künstler sammeln Namen von Schulkindern, die beim Erdbeben von Sichuan starben und prangern das Schweigen der Regierung über schlampig erbaute Schulen an. Dass Weiwei durch den Polizeieinsatz eine Hirnblutung erlitten hatte, erkannten erst deutsche Ärzte.
Staub zu Staub Die Aufnahmen aus dem Computertomographen hängen in Duisburg an der Wand und zeigen, dass sich Politik und Kunst bei Weiwei nicht trennen lassen.Alles atmet stille Eleganz und drückt um so intensivere Anklagen aus. "Dust to Dust" (2009) ist nicht nur ein Regal voller Gläser. Jedes enthält den Staub neolithischer Tongefäße - ebenso wie die abgeschlagenen Buddhafüße ("Feet") im nächsten Raum ein Fingerzeig, wie die chinesische Führung mit der Tradition umgeht.
Und doch ist es dem ehemaligen documenta-Chef Roger M. Buergel als Kurator gelungen, die ganz eigene Ästhetik dieses Künstlers in Werken wie dem wunderbar duftenden "Teehaus" oder einem Stern aus Regenmänteln zu vermitteln. Auch ohne Lektüre des Kataloges ist die Schau sehenswert - wer allerdings die Hintergründe verstehen will, kommt ums Lesen nicht herum.
- Museum DKM Duisburg: Ai Weiwei, Güntherstraße 13-15, 19.3.-20. 9.2010, Fr-Mo 12-18 Uhr.
- In der Schaufenstergalerie DKM (Philosophenweg 17 a, Innenhafen Duisburg) ist die Arbeit Weiweis über das Erdbeben zu sehen: eine Namensliste der gestorbenen Schulkinder auf einem Laptop.












