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Medienhaus Lensing
22.01.2010 14:30 Uhr
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Grillo Theater: Anselm Weber inszeniert Bühnenadaption von Seghers Roman "Transit"

ESSEN Vom Leben auf gepackten Koffern und einer Liebesgeschichte erzählt Anna Seghers Roman "Transit". In der Casa des Essener Grillo Theaters hat Intendant Anselm Weber am Donnerstag die Bühnenadaption, verfasst von Dramaturg Reto Finger, uraufgeführt.Von Britta Helmbold

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Surreale Szenen in "Transit": In der Schlange auf die Dokumente warten. (Foto: Aurin)

Verstaubte, umgekippte Tische und Stühle sowie unzählige Koffer liegen herum - einen überstürzten Aufbruch signalisiert schon das Bühnenbild von Heiko Bannwart. In diesem Chaos sitzt Heiko Ruprecht als Seidler an einem Tisch vor einem Stück Pizza und einem Glas Wein, beginnt rückblickend die Geschichte zu erzählen. 1940 sammeln sich in Marseille die Menschen zur Flucht aus Europa. Nur Seidler will eigentlich nicht weg. Per Zufall nimmt er eine andere Identität an, verliebt sich in die Frau, von dessen Mann er die Dokumente zur Ausreise übernommen hat, doch er lässt sie ungenutzt.

Hoffen auf die Flucht

Mit surrealen Bildern hat Weber das kafkaeske Bemühen um die Papiere inszeniert. Verstärkt wird dieses absurd anmutende Treiben noch durch die weiß-gepuderten Figuren in ihren abgewrackten Kleidern (Kostüme: Meentje Nielsen). Nur Seidler und Marie (Nadja Robiné) tragen dezent Farbiges.

Sie alle hoffen verzweifelt, dass ihre Flucht gelingt. Nur Ruprechts Seidler himmelt mit verschmitztem Lächeln Marie an, lässt sich von den hektischen Ausreise-Vorbereitungen nicht aus der Ruhe bringen. Applaus für ein berührendes Spiel und eine einfühlsame Inszenierung.



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