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Medienhaus Lensing
25.02.2010 18:40 Uhr
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Mittelalter-Schau : "AufRuhr 1225!" zeigt das Ruhrgebiet einer anderen Ära

HERNE Dass die Geschichte des Ruhrgebiets viel mehr zu bieten hat als 100 Jahre Kohle und Stahl, zeigt die größte Mittelalter-Ausstellung die es je im Revier gab, ab Samstag im Herner LWL-Museum für Archäologie.Von Karin von Cieminski

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500 kg wiegen die Silberbarren, die ein Kopfgeld symbolisieren. - Mehr Silber als in Münzen im Umlauf war.

dpa

 

1000 Exponate auf 1500 Quadratmetern Ausstellungsfläche und ein extra angefertigter rund 25 Meter hoher Burgturm vor dem Eingang - "AufRuhr 1225! Ritter, Burgen und Intrigen" setzt als Ruhr.2010-Projekt den Fokus auf ein Ereignis, das die Region stark verändert hat: Die Ermordung des Erzbischofs Engelbert von Köln im Jahr 1225 durch Graf Friedrich von Isenberg. "Der Mord hat einen Bauboom ausgelöst. 450 Burgen und Schlösser sind danach entstanden", sagte am Donnerstag bei der Präsentation LWL-Direktor Wolfgang Kirsch.

Turm im Verzug

Gedulden müssen sich Besucher bei der Besichtigung des Burgturms, einer idealtypischen Nachbildung aus Holz. Das Wetter habe den Aufbau gestört, der Turm soll erst Ende März fertig werden. Während die Techniker noch Strippen zogen, erklärte Projektleiter Stefan Leenen den roten Faden der Schau: "Nach Engelberts Tod konnte keiner seiner Nachfolger richtig Fuß fassen. Das neue Machtgefüge veränderte die Region."

Besucher begeben sich auf den unebenen, düsteren, in blutrot getauchten Hohlweg, auf dem der Überfall passierte. Anhand von Figuren wie Schattenrissen erfahren sie die spannenden Hintergründe und können immer wieder rechts abbiegen um in spezielle Themen einzutauchen: Justiz, Stadt, Glaube oder Versorgung im Mittelalter.

500 kg Silber

Die Exponate kommen aus ganz Europa. Zu den bedeutendsten zählen der goldene Barbarossa-Kopf aus Cappenberg oder die Reliquienbüste Engelberts. Beeindruckend sind auch die rund 500 Kilogramm schweren Silberbarren. Sie symbolisieren 2000 Mark Silber, die als Kopfgeld für die Auslieferung des Mörders nach Köln bezahlt worden sein sollen.

Sich selbst fühlen wie ein Ritter geht übrigens auch: In dem großen Mitmach-Bereich können Besucher Kleidung und Instrumente ausprobieren oder richtig an Geräten schuften - wie damals ohne Strom.

80.000 Besucher in neun Monaten erwartet

  • LWL-Museum für Archäologie in Herne: „AufRuhr 1225! Ritter, Burgen und Intrigen“ vom 27. Februar bis 28. November, Europaplatz 1, Di/ Mi/ Fr 9-17 Uhr, Do 9-19 Uhr, Sa/ So/Feiertag 11-18 Uhr. Info: Tel. (02323) 946 28 20
  • Die Exponate stammen von 140 internationalen Leihgebern. Die Ausstellung hat 1,7 Mio. Euro gekostet. Das Museum erwartet 80 000 Besucher. 250 Führungen seien schon vorab gebucht, so LWL-Direktor Wolfgang Kirsch.
  • Zur Ausstellung gibt es einen 600 Seiten dicken Katalog für 24,90 Euro und einen Kurzführer mit rund 120 Seiten für 5,95 Euro.
  • Der Wanderführer „Burgen AufRuhr“ stellt 100 sehenswerte Burgen in der Ruhrregion vor und listet auch auf, wo die übrigen im Mittelalter standen. 19,95 Euro.
  • Die Ausstellungsmacher werben dafür, sich die Burgen der elf Ausstellungspartner anzusehen, wie das Schloss Cappenberg in Selm.
  • www.aufruhr1225.de

 


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