Kino: "Die Summe meiner einzelnen Teile": Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf
Martin Blunt (beeindruckend: Peter Schneider) ist Mathematiker, ein kluger Mann, er war der Beste in der Firma. Aber die stellt ihn nicht mehr ein, nachdem er aus der psychiatrischen Klinik entlassen wurde. Burn-out. Jetzt sei wieder alles in Ordnung, beteuert er im Psycho-Drama "Die Summe meiner einzelnen Teile". Doch auch seine Freundin verlässt ihn. Er verliert die Wohnung wegen Mietschulden. Das System sortiert einen weiteren Problemfall aus.
Martin (Peter Schneider) flüchtet mit dem Waisenjungen Viktor (Timur Massold) vor der Zivilisation in einen Wald. (Foto: Wild Bunch)
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Regisseur und Drehbuchautor Hans Weingartner ist Fachmann für psychische und gesellschaftliche Stimmungslagen. Und doch ist dieser Film keine plakative Schelte, sondern ein nahezu perfektes Spiel mit Schein und Sein, mit Wahn und Wirklichkeit.
Weingartner schickt seinen Protagonisten in den Wald. Sozialromantik lässt er nicht aufkommen. Martin versteckt sich mit einem nur russisch sprechenden Jungen, den er zuvor in einem Abbruchhaus vor dem Zugriff randalierender Jugendlicher gerettet hat, vor der Zivilisation.
Ruhe gefunden
Und kommt in einer selbst gezimmerten Hütte endlich zur Ruhe. Bis das Versteck entdeckt wird. Und die Ordnung wiederhergestellt ist. Nur nicht in Martins Kopf.
Den psychischen Zustand sichtbar machen ist die große Kunst des Films, der das Innerste nach außen kehrt. Auch wenn Weingartner ein, zwei Drehbucheinfälle zu viel hatte, ein sehenswertes Psycho-Drama. Nah an der Wirklichkeit. Nah am Wahnsinn.











