Ingenieur ist Dortmunder: Europas schönste Brücke steht in Gelsenkirchen
GELSENKIRCHEN. Die schönste Fußgängerbrücke Europas steht in Gelsenkirchen. Die Grimbergbrücke überspannt den Rhein-Herne-Kanal in einem einzigen eleganten Schwung. Und wer hat sie erfunden? Es war ein Dortmunder.
Die preisgekrönte Brücke am Gelsenkirchener Hafen Grimberg. (Foto: Malinowski)
- Folkwang-Museum Essen Renato Casaro - Der letzte große Plakatmaler
- "Moneyball" im Kino Brad Pitt und der Baseball
- NRW-Forum Düsseldorf Fotokünstler setzen auf Irritation
- Emil Schumacher Museum Hagen Vom Packpapier zur Kunst inspiriert
- Stratmann hat Vorschlag Ganzes Ruhrgebiet soll Wanne-Eickel heißen
Die bildschöne Brücke, die gleich hinter der ZOOM Erlebniswelt liegt, erhält am 22. September in Istanbul den "European Steel Bridges Award". Mit dieser Auszeichnung würdigt die Europäische Konvention für Stahlbau seit 2008 besonders gelungene Bauwerke. Diesmal können sich das Stuttgarter Ingenieurbüro Schlaich, Bergermann und Partner und der Regionalverband Ruhr (RVR) als Bauherr über den Preis freuen.
Sebastian Linden hat sie entworfen
"Eine Brücke im Ruhrgebiet zu bauen, die dann noch so schön geworden ist, das war schon etwas ganz Besonderes", sagt der gebürtige Dortmunder Sebastian Linden. Er arbeitet seit 2002 im Ingenieurbüro Schlaich und hatte das drei Millionen Euro teure Bauwerk von 2006 bis 2009 mit seinem Team entworfen und errichtet.
Schräger Mast und gekrümmte Form
Für den Laien ist das Erstaunliche an der Brücke, dass sie überhaupt hält. Schließlich gibt es nur an der einen Seite einen 40 Meter hohen Mast, und der steht ziemlich schräg. "Es handelt sich um einen einseitig aufgehängt Kreisringträger", erklärt der 36-jährige Sebastian Linden, der in Dortmund Bauingenieurwesen studiert hat. "Eine gerade Brücke, die einseitig aufgehängt würde, würde natürlich kippen." Durch die gekrümmte Form konnte der Ingenieur das Kippmoment überlisten. Linden lächelt: "Die Formfindung bei Hängebrücken ist sehr komplex."
141 Meter von Widerlanger zu Widerlager
Die Brücke hat eine Spannweite von 141 Metern, der Mast am Nordufer ist 45 Meter hoch. "Sie eine der längst gekrümmten Fußgängerbrücken der Welt", so Linden. Das Stuttgarter Ingenieurbüro gilt als führend in Sachen Seilbau und Leichtbau, seitdem der Gründer Jörg Schlaich in Zusammenarbeit dem kürzlich verstorbenen Günther Behnisch und Frei Otto das Dach des Münchner Olympiaparks schuf.
Erzbahnschwinge in Bochum entstand vorher
Die preisgekrönte Brücke hat übrigens noch eine Schwester. Die "Erzbahnschwinge" im Bochumer Westpark hatte das Büro Schlaich vorher errichtet. Beide Bauwerke bilden nun Anfang- und Endpunkt der Erzbahntrasse, die sich zum beliebten Fahrradweg entwickelt hat und dank der Grimbergbrücke in den Emscherradweg mündet.












