Leander Haußmanns "Dinosaurier": Gegen diese Rentner sehen die Jungstars alt aus
Die Einstiegsszenen zu "Dinosaurier - Gegen uns seht ihr alt aus!" lassen zunächst eine Satire auf die internationale Bankenmisere erwarten, doch der neue Film von Regisseur Leander Haußmann, der einstige Bochumer Theaterintendant, ist eher eine Klamotte - mit vielen altgedienten Stars.
Eva Maria Hagen als Lena und Ezard Haußmann als Johann legen Bankier Hardmann (Daniel Brühl) aufs Kreuz. (Foto: Constantin)
Haußmanns freie Adaption von Bernhard Sinkels preisgekröntem Debütfilm "Lina Braake oder Die Interessen der Bank können nicht die Interessen sein, die Lina Braake hat" aus dem Jahr 1975 zielt weniger auf feinen oder systemkritischen, denn auf brachialen Humor.
Mit eigenen Waffen geschlagen werden
In dem Film wird ungezwungen über Alzheimer, vertauschte Gebisse und Katheterbeutel gescherzt. So stellt sich der pensionierte Ex-Manager Johann Schneider (Ezard Haußmann) im Altersheim seniler als er in Wahrheit ist, um sich eine höhere Pflegestufe zu erschwindeln und bestellt sich zum Geburtstag ein paar Stripperinnen aufs Zimmer.
Der ewige Filou will Lena Braake nun zu ihrem Recht verhelfen. Mit Hilfe der Heimbewohner soll der skrupellose Jungbanker Hardmann mit seinen eigenen Waffen geschlagen werden. Wirklich glaubwürdig ist der Plan der Rentner-Riege nicht, aber darauf scheint es weder dem Drehbuchautoren Mark Kudlow noch dem Regisseur angekommen zu sein: Haußmanns Interesse gilt dem fast vergessenen Genre der Klamotte.
Lust an der Blödelei
Den Albernheiten schaut man dennoch gerne zu, weil Haußmann dafür eine ganze Riege altgedienter Stars zusammengetrommelt hat - von Ralf Wolter und Ingrid van Bergen über Walter Giller bis Nadja Tiller. Diese spielen mit so viel Elan, Selbstironie und Lust an der Blödelei, dass ihre jüngeren Kollegen wie Benno Fürmann blass aussehen.












